Münchner Gammelfleischhändler erhängte sich
MÜNCHEN (AP)--Der als Drahtzieher des bayerischen Gammelfleisch-Skandals beschuldigte Münchner Großhändler hat sich das Leben genommen. Der 74-jährige Georg Bruner habe sich im Keller seines Münchner Wohnhauses erhängt, teilte Polizeisprecher Gottfried Schlicht mit. Die Ehefrau habe ihn im Einfamilienhaus in der Nähe des Englischen Gartens am Mittwochmorgen gegen 07.30 Uhr gefunden. Der 74-Jährige sei um 06.00 Uhr zum Frühsport in den Sportraum im Keller gegangen. Als er zum Frühstück noch nicht zurück gewesen sei, habe die Ehefrau nachgesehen und und ihn erhängt am Treppenaufgang gefunden. "Es wurde kein Abschiedsbrief gefunden", sagte Schlicht. Es bestehe aber kein Zweifel, dass es sich um einen Suizid handelt. Die Ehefrau habe berichtet, dass Bruner sehr unter der Medienberichterstattung über den Skandal gelitten habe.
In Bruners Tiefkühlhallen hatten Kontrolleure nach einem anonymen Hinweis mehr als 40 t verdorbenes Döner- und Entenfleisch entdeckt. Der Großhändler hatte sein Fleisch bundesweit vertrieben und auch in mehrere EU-Staaten geliefert. Bayerische Kontrollbehörden waren bereits im Februar von ihren Kollegen in Mannheim auf eine verdorbene Fleischlieferung aufmerksam gemacht worden, hatten bei einer Prüfung in dem Tiefkühllager aber nichts gefunden. DJG/ste/6.9.2006 (06.09.2006)
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