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Große Versorgungslücke bei Schaffleisch

(BFL). Lammfleisch steht bei den Bundesbürgern nicht gerade ganz oben auf dem Speiseplan. Nur knapp ein Kilogramm von Schaf oder Ziege wird jährlich pro Kopf verspeist. Doch trotz dieser nur geringen Menge reicht die Erzeugung im eigenen Lande längst nicht aus, um den Bedarf zu decken. Nach Schätzung von Marktkennern werden in diesem Jahr in Deutsch-land lediglich 41.800 Tonnen (t) Schaf- und Ziegenfleisch erzeugt. Damit kann der erwartete Bedarf von 86.200 t nicht einmal zur Hälfte gedeckt werden. Deutschland ist deshalb in großem Umfang auf Importe angewiesen. Hauptlieferländer sind Neuseeland, Australien sowie die EU-Nachbarn. Die Versorgungslücke wird sich im laufenden Jahr nach Expertenschätzung sogar noch vergrößern. Während die Erzeugung gegenüber dem Vorjahreswert um 2.700 t oder 6,1 Prozent sinken wird, soll der Verbrauch gegenüber dem Vorjahreswert von 84.300 t sogar ansteigen. Gerade jetzt zu Ostern zieht die Nachfrage nach Lammfleisch wieder deutlich an und wird dann vornehmlich durch Importe gedeckt werden müssen. Trotz des erwarteten Verbrauchsanstiegs liegen die Bundesbürger beim Schaffleischverzehr im EU-Vergleich nur im unteren Drittel. Deutlich mehr wird in Italien, Frankreich und Spanien gegessen, dort kommen jährlich zwischen zwei und fünf kg auf den Tisch.

So niedrig wie in diesem Jahr war der Selbstversorgungsgrad mit Schaf- und Ziegenfleisch in Deutschland noch nie. Dennoch wird ein weiterer Rückgang der Eigenversorgung vermutet. Obwohl sich die Fleischerlöse der Schafhalter verbessert haben, lohnt sich die Haltung dieser Tiere nach der Entkoppelung der EU-Prämien von der Produktion kaum noch, viele Schaf- und Ziegenhalter schaffen deshalb ihre Tiere ab. Bundesweit wurden im vergange-nen Jahr noch 2,55 Millionen Schafe gezählt, im Jahr 2000 waren es immerhin 2,74 Millionen Schafe und im Jahr 1990 sogar 3,24 Millionen. Nach der Wende kam es jedoch zu einem rapiden Preisverfall mit der Folge, dass damals viele Schafe abgeschafft wurden. Die Zahl der Ziegen hat sich dagegen seit 1990 von 90.000 auf 170.000 fast verdoppelt. Im vergangenen Jahr wurden noch 29.000 Schafhalter in Deutschland gezählt, fünf Jahre zuvor waren es noch 34.000. Ein Zehntel aller Schafe, nämlich 254.600, wurde im vergangenen Jahr in Niedersachsen gezählt. Hier hat die Schafhaltung vor allem in der Landschaftspflege und als Deichschäferei Bedeutung. Allerdings sind die Bestände auch hier rückläufig. Gegenüber 2005 nahm die Zahl der Schafe um 4,4 Prozent ab. (LPD 13/07) (29.03.2007)

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