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Arntjen: Kein Stress im Bett

(BFL). Wenn Kühe über 30 l Milch pro Tag geben sollen, müssen sie auch 12 bis 14 Stunden stressfrei liegen können. Dafür bedarf es einer weichen Unterlage.
Wer die Wahl hat die Qual! Mit dem Ziel, die Kühe eben nicht zu quälen, tut man sich bei der Auswahl des richtigen Untergrundes schwer. Die erste Frage lautet: Welches Boxensystem ist das richtige für meinen Stall, Tiefbox oder Hochbox?

Investition oder Arbeit

Die Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub hat in einem aufwändigen Versuch deutlich gemacht, dass eine Tiefbox im Komfort für die Kühe kaum zu übertreffen ist. Jedoch weist Dr. Groenewold (LWK Niedersachsen) deutlich darauf hin, dass eine Tiefbox wirklich nur bei sehr guter Pflege besser ist als eine Hochbox. Anschaffung und Aufbereitung des Einstreumaterials, sowie dessen Einbringen und die spätere Reinigung der Boxen sind mit erheblichem Aufwand verbunden. Zuviel Einstreumaterial in der Gülle kann außerdem zu technischen Problemen in der Gülleaufbereitung führen. Dass die Tiefbox so gut abschneidet ist begründet durch die Muldenbildung in der Einstreu. Die Auflagefläche der Gelenke auf dem Untergrund, in diesem Fall der Einstreu, vervielfacht sich gegenüber einer ebenen Unterlage. Entscheiden wir uns für weniger Arbeit und für die Investition in ein Mattensystem so können wir nur einen vergleichbaren Komfort erwarten, wenn die Gelenke tief in die Matte eindringen können und sich somit die Auflagefläche des Gelenkes auf der Matte vergrößert.

Ein Mattenrückblick

In den letzten 15 Jahren fanden wir die unterschiedlichsten Mattensysteme auf dem Markt. Es gab Kunststoffmatten, deren Ursprung vornehmlich in anderen industriellen Anwendungen zu finden war, wie z.B. verschiedene EVA-Produkte oder Matten mit teppichartiger Oberfläche und einem Kunststoffgitter als Unterseite. Das Prinzip dieser Matten lag darin, dass ein Kunststoffgerüst eine Struktur aufrecht erhält welche Lufträume umschließt. Diese Lufträume isolieren einerseits im Winter, dienen aber in erster Linie einer weichen Polsterung. Je weicher die Matten waren, desto schwieriger war es die Struktur aufrecht zu erhalten. Die Lebensdauer der meisten Produkte war zu kurz. Kuhmatratzen waren die dickere Alternative, mit Gummigranulat gefüllte Schläuche wurden zum Schutz mit einem Gewebelaken abgedeckt. Im Laufe der Zeit verdichtete sich das Gummigranulat so, dass zwar nicht mehr die Anfangselastizität vorhanden war aber immerhin noch eine gewisse Restweichheit. Als Laken fanden sich die unterschiedlichsten Materialien ob wasserdicht oder atmungsaktiv, sie sollten in erster Linie tierfreundlich und selbstreinigend sein. Jedoch auch diese Laken hielten in vielen Fällen den Belastungen nicht stand.

Matten müssen aushalten

Alle Mattensysteme müssen den extremen Belastungen unter einer Kuh über Jahre standhalten. Zu den Belastungen gehören:

• Abrieb durch die Klauen
• Punktueller Druck durch Klauen und Gelenke
• Einfluss von Milch und Harnsäure
• Tierwärme und Sonneneinstrahlung

Ein Obermaterial, welches allen vier Belastungen standhält, ist heute vor allem das Gummi. Ein Neugummi mit einer Gewebeeinlage, wobei die Hersteller in der genauen Zusammensetzung sich sehr bedeckt halten, findet die meiste Verbreitung.
Wenn nun noch das tiefe Eindringen der Klauen und Gelenke gefordert wird, kann dieses nur durch ein weiches elastisches Polstermaterial unter dem Gummi erreicht werden.

Eine Lösung

Firma Arntjen bietet für diesen Anspruch eine Kuhmatratze das SOFT-BED Typ GL.

Ein 35mm Latexkern bildet die weiche Unter¬lage. Er wird geschützt durch ein 4 mm Gummilaken mit Gewebeeinlage. Dieses wird rundum mit stabilen Kunststoffleisten zur Abdichtung an den Untergrund gepresst. Das Laken verfügt beidseitig über eine strukturierte Oberfläche, sodass die Tiere trittsicher die Matratze begehen können.

Warum Latex

Latex bietet eine besondere Elastizität und ist in sich hydrophob, also wasserabweisend. Allerdings bezieht sich dies auf das Latexmaterial selbst und nicht auf die Poren der Schaummatte. Außerdem ist Latex besonders hygienisch, denn es hat eine pilzhemmende und antibakterielle Wirkung.
Bei Latex unterscheidet man zwischen Natur¬latex, gewonnen aus dem Gummibaum, und synthetischem Latex. Im Humanbereich wird bei Matratzen überwiegend der besonders elastische aber auch empfindlichere und teurere Naturlatex eingesetzt. Die synthetischen Latizes sind widerstandsfähiger, besonders bei Witterungseinflüssen und Wärmeeinwirkungen.

In dem Arntjen SOFT-BED befindet sich ein Gemisch aus einem 80% synthetischem - und 20% Naturlatex um beide Vorzüge in geeig¬netem Verhältnis zu nutzen.

Erfahrungen

Durch die Kombination von Gummi als Obermaterial und Latex als Unterlage ist eine widerstandsfähige Oberfläche mit großer Ein¬dringtiefe gegeben. Bleiben diese Vorzüge auch noch nach mehreren Jahren erhalten?
Diese Kuhmatratze gibt es nun seit zwei Jahren in der Praxis, ohne dass bisher sichtbare Verschleißerscheinungen auftraten. Um ein langjähriges Urteil zu fällen, kann man nur abwarten oder man nimmt sich den detaillierten Signum Test der DLG zur Hand. In einem solchen Test wird untersucht, ob ein Abrieb oder eine dauerhafte Verformung festzustellen ist. Mechanische Kolben werden dabei immer wieder mit hohem Druck auf die Matte gepresst. Neben der Handhabung wird auch in Praxisbetrieben beurteilt, wie die Tiere die Matte annehmen. Die wirklichen Vorzüge einer guten Liegefläche zeigen sich aber erst nach genauem Prüfen des Zustands der Gelenke einer Herde, der die betreffende Matte zur Verfügung steht.

Fazit

Eine hoch entwickelte Kuhmatratze soll vor allem dem Tier eine gute Eindringtiefe in die Liegefläche bieten. Somit entsteht eine große Auflagefläche um die Gelenke und eine verbesserte Trittsicherheit beim Eintreten in die Box. Dieser hohe Anspruch lässt sich nur bei extrem guter Materialqualität gewährleisten. Latex als Unterlage und gut abdichtendes Neugummi als Abdeckung haben sich bewährt. Wir wünschen Ihren Kühen keinen Stress im Bett.

H. Heitmüller / Arntjen Germany GmbH

http://www.arntjen.com (23.08.2007)

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