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Sonnleitner fordert höhere Preise für Schweinehalter und Ferkelerzeuger

(BFL). Eine deutliche Verbesserung der Erzeugerpreise für Ferkelerzeuger und Schweinemäster hat der Präsident des Deutschen Bauernverband (DBV), Gerd Sonnleitner, gefordert. Die positiven Preisentwicklungen bei Lebensmitteln müssten sich auch bei den Schlachtviehpreisen niederschlagen, erklärte Sonnleitner in einem Interview mit dem Münchner Merkur. Die in diesem Sommer erfolgten Erhöhungen der Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte seien für die Bauern lebensnotwendig und „bitter, bitter nötig“ gewesen. Denn in den vergangenen Jahren wären die Einkommen der Bauern durch stetig sinkende Erzeugerpreise und Kostensteigerungen für Energie wie Betriebsmittel gewaltig gebeutelt worden. Deshalb reichten die derzeitigen Preissteigerungen auf der Erzeugerebene - vor allem für Milch - noch nicht aus, da auch die Futtermittelkosten weiter ansteigen würden. Der Bauernverband lege jedoch Wert darauf, dass ein höherer Milchpreis am Markt erwirtschaftet werden müsse.

Die öffentliche Diskussion in diesem Sommer habe gezeigt, dass die Verbraucher für Preiserhöhungen grundsätzlich ein weitgehendes Verständnis zeigten. Sie seien in der Vergangenheit nur gewöhnt gewesen, dass alle Lebensmittel immer billiger geworden wären. Dabei sei vergessen worden, dass Butter vor 20 Jahren bis zu 2,49 DM gekostet hätte. Jetzt koste die Butter, da es keine Überschüsse mehr gebe und der Markt geräumt sei, wieder annähernd so viel wie im Jahr 1987. Dies müsse auch dem Verbraucher deutlich gemacht werden vor dem Hintergrund von Schlagzeilen, die besagten, dass die Butterpreise um 50 Prozent steigen würden.

Mit einem Anteil der Lebensmittelkosten von 11 Prozent am Einkommen habe Deutschland eine der niedrigsten Quoten neben den USA. Auf die Frage, ob Hartz-IV-Empfänger höhere Leistungen erhalten sollten, antwortete Sonnleitner: „Mein Herz schlägt immer für arme Menschen. Wenn die zu wenig haben, dann muss etwas gemacht werden.“

Die Ausgleichszahlungen für die Landwirte seien auch zukünftig bei einem höheren Erzeugerpreisniveau notwendig, da sie ein Ausgleich für höhere kostenaufwändige Standards in der EU seien, betonte Sonnleitner in dem Interview. Wer die Primärproduktion in Europa nicht schwächen, sondern die Agrarwirtschaft in Europa als starke Branche erhalten wolle, müsse zu den Agrarausgleichszahlungen stehen. Zuletzt hatte EU-Vizekommissionspräsident Günter Verheugen dies als notwendig für Landwirtschaft und zum Nutzen der Verbraucher auf dem Deutschen Bauerntag in Bamberg deutlich unterstrichen. (31.08.2007)

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