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DBV gegen zweijährigen Ausbildungsberuf für die Landwirtschaft

Die Einrichtung eines neuen landwirtschaftlichen Ausbildungsberufes mit zweijähriger Ausbildungsdauer zur Qualifizierung landwirtschaftlicher Fachkräfte für einfachere betriebliche Tätigkeiten ist aus berufsständischer Sicht nicht erforderlich. Diesen Beschluss fasste der Fachausschuss für Berufsbildung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) unter Vorsitz von Hans-Benno Wichert am 3. April 2008 in Berlin. Eine klare bundesweite Beschlussfassung wurde erforderlich, weil das Thema in den vergangenen Monaten in verschiedenen Bundesländern teilweise kontrovers diskutiert wurde.

Nach Einschätzung des DBV-Fachausschusses reicht das vorhandene Spektrum von derzeit 14 „Grünen Berufen“ aus, um sämtliche Ausbildungserfordernisse in der Land- und Agrarwirtschaft abzudecken. Mit den Ausbildungsordnungen der bestehenden Berufe kann den Belangen einzelner Ausbildungsbetriebe oder Auszubildender entsprochen werden. In der Praxis ermöglicht die Berufsausbildung nicht nur eine inhaltliche Differenzierung, sondern auch eine individuelle zeitliche Ausgestaltung bis hin zur Verlängerung bzw. Verkürzung von Ausbildungszeiten. Strukturelle Anpassungen im dualen Ausbildungssystem sind daher nach berufsständischer Einschätzung im Agrarbereich derzeit nicht erforderlich.

Positiv bewertete der DBV-Fachausschuss die zunehmende Ausbildungsbereitschaft der land- und agrarwirtschaftlichen Betriebe. Nach aktuellen Einschätzungen entwickeln sich die Ausbildungszahlen der Landwirtschaft weiterhin positiv. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung müsse sich die „grüne Branche“ zukünftig jedoch verstärkt darum kümmern, qualifizierten Berufsnachwuchs in ausreichender Anzahl zu gewinnen, forderte Ausschussvorsitzender Wichert. Deshalb hat der DBV im vergangenen Jahr eine Ausbildungskampagne ins Leben gerufen, die in den kommenden Jahren bundesweit flächendeckend umgesetzt werden soll. Neben dem „Tag der Ausbildung“ auf der Internationalen Grünen Woche wird der DBV in diesem Jahr im Rahmen des bundesweiten Girls’ Day Mädchen Berliner und Brandenburger Schulen auf einen landwirtschaftlichen Betrieb einladen, um sich über die Veränderungen einer modernen Landwirtschaft und die guten Perspektiven in den Agrarberufen zu informieren.

Mit kritischer Aufmerksamkeit verfolgte der DBV-Fachausschuss die Ausführungen von Professor Dr. Otto Kaufmann, Dekan der agrarwissenschaftlichen Fakultät an der Humboldt-Universität Berlin, zur Zukunft der agrarwissenschaftlichen Lehre und Forschung an den deutschen Hochschulen. Nach Auffassung des Berufsstandes sind im Bereich der agrarwissenschaftlichen Lehre eine stärkere überregionale Koordinierung sowie eine stärkere Verknüpfung mit der betrieblichen und beruflichen Praxis erforderlich. Zukünftig sind alle agrarwissenschaftlichen Universitäten und Fachhochschulen gefordert, ihre Studienangebote noch zielgerichteter, effizienter und stärker berufsbefähigend umzusetzen, lautet eine der zentralen Forderungen des Berufsstandes.

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