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Bauern machen mobil gegen Aldi und Co

Münster (wlv) Mit einem Aufruf zum Boykott von Aldi-Produkten reagieren die deutschen Bauern auf die massiven Preissenkungen für Milchprodukte, die heute zeitgleich von mehre-ren großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels bekannt gegeben wurden. Aus Sicht des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV) sind die neuen Preise das Resultat eines Preisdiktats, mit dem der Lebensmitteleinzelhandel, allen voran der Marktführer Aldi, die Molkereien massiv unter Druck gesetzt hatten.

„Die Preissenkungen für Konsummilch, Quark und Sahne sind angesichts der extrem gestie-genen Produktionskosten eine Provokation. Hier haben Aldi und Co. einen saisonal bedingten, leichten Angebotsüberhang genutzt, um die Molkereien massiv zu erpressen - ein Vorgehen, das wir auch aus den Verhandlungen im Fleischbereich kennen. Der WLV und der Deutsche Bauernverband fordern daher die Bauernfamilien, die Familien der Mitarbeiter in den Molkerei- und Schlachtunternehmen und die Menschen im ländlichen Raum auf, bis auf Weiteres Aldi-Läden zu boykottieren“, sagte WLV-Präsident Franz-Josef Möllers, zugleich Vizepräsident des Deutschen Bauernverbands.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband appelliert an alle Landwirte, ihren Unmut auch direkt an die Adresse der großen Discounter zu richten. Zugleich sieht der Verband in den jüngsten Preisabschlüssen ein Indiz dafür, dass die überwiegend genossenschaftlich organisierte Molkereiwirtschaft in Deutschland nach wie vor nicht in der Lage ist, faire Bedin-gungen für die Milchwirtschaft durchzusetzen. Er fordert daher gemeinsam mit dem Deut-schen Bauernverband die Molkereien ultimativ auf, noch in diesem Jahr durch strukturelle Maßnahmen ihre Verhandlungsposition so zu verbessern, dass es nicht zu weiteren erfolgreichen Preisdiktaten kommt. Angesichts weltweit anziehender Notierungen auch für Milch und Milchprodukte müssten in der zweiten Jahreshälfte 2008 die völlig unnötigen Preissen-kung wieder vollständig korrigiert werden.

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