Schweinemarkt europaweit in der Krise
Der Schweinemarkt steckt europaweit in der Krise. Die desaströse wirtschaftliche Lage der Schweinehalter erfordert dringend Gegenmaßnahmen von Wirtschaft und Politik. Dies forderte der Europäische Bauernverband COPA im beratenden Ausschuss der
EU-Kommission, der am 21. April 2008 unter Vorsitz des Vizepräsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Franz-Josef Möllers, tagte.
Seit Monaten reichen die Erlöse bei weitem nicht aus, um die bis zu 70 Prozent gestiegenen Futter- und Energiekosten in der Schweinehaltung zu decken, betonte der Europäische Bauernverband COPA. Notwendig sei deshalb ein Anstieg der Erzeugerpreise mindestens um 50 Cent pro Kilogramm Schweinefleisch. Dies lasse sich aber offenbar im Markt nur durchsetzen, wenn das Angebot reduziert wird. COPA forderte deshalb, das Schlachtgewicht EU-weit vorübergehend um zwei bis drei Prozent zu verringern und appellierte an die Schlachtbetriebe, die Preismasken bald anzupassen. Nur dann würde eine Marktreaktion der Erzeuger erfolgen und Preisabschläge verhindert werden.
COPA forderte die Politik auf, für faire Rahmenbedingungen zu sorgen. Besonders dringend sei die Abkehr von der Nulltoleranz für noch nicht in der EU zugelassene gentechnisch veränderte Futtermittel. Berechnungen der EU-Kommission alarmierten, da die Futterversorgung künftig in der EU nicht mehr aufrecht erhalten werden könne. Experten sprechen von der Gefahr eines Rückgangs der Tierhaltung um ein Drittel. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer wurde aufgefordert, den Knoten in Brüssel durchzuschlagen und in Verantwortung für die Tierhalter und Verbraucher eine heimische Versorgung mit Milch, Fleisch und Eiern zu ermöglichen. Es dürfe nicht sein, dass die eigene Produktion durch überzogene Vorschriften vor unlösbare Probleme gestellt und durch Drittländereinfuhren verdrängt werde.
Auf Kritik und Unverständnis im DBV stieß die Absicht der EU-Kommission, erneut die europäische Transportverordnung zu verschärfen, obwohl die neue EU-Verordnung erst seit zwei Jahren in Kraft ist. Es bestehe keine belastbare Auswertung, die eine Verschärfung der Auflagen rechtfertigen könne. Vielmehr seien die Bürokratie und die Auflagen bereits heute unerträglich. Daher forderte der DBV, dass die Verordnung nur für gewerbliche Transporte gelte und nicht für Tierhalter, die ihre Tiere gelegentlich transportieren.
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