EU drohen deutlich höhere Biokraftstoffimporte als geplant
BRÜSSEL (Dow Jones)--Die Europäische Union könnte signifikant mehr Biotreibstoffe einführen als ursprünglich für den Transporttreibstoffe eingeplant war, sagte Andreas Pilzecker, zuständig in der Landwirtschaftsabteilung der EU-Kommission jetzt bei einer Sitzung des European Economic and Social Committee. Die bestehenden Importzölle seien nicht hoch genug, um die weltgrößten Exporteure von ihren Einfuhren abzuhalten. Dazu zählten vor allem billige Ethanolimporte aus Brasilien
Nach Kalkulation der EU-Kommission war angenommen worden, dass Biokraftstoffimporte nicht mehr als 20% des europäischen Biokraftstoffverbrauchs ausmachen sollten. Jüngste Analysen der Kommission deuteten aber daraufhin, dass die bestehenden EU-Zölle in Zukunft nicht hoch genug seien, um einen deutlich höheren Importanteil zu verhindern.
Die Kommission plant im Rahmen eines Energie- und Klimaschutzpaketes, dass bis zum Jahr 2020 dafür sorgen soll, dass in den Mitgliedsstaaten rund 10% des verbrauchten Treibstoffs für Transportzwecke aus regenerativen Quellen kommen. Damit sollen die Treibhaus-Emissionen der Autos gesenkt und die Abhängigkeit von Energiequellen von dritter Seite gesenkt werden. Höhere Biokraftstoffimporte würden für die europäischen Produzenten einen härteren Wettbewerb bedeuten und das Ziel einer größeren Unabhängigkeit von fremden Energiequellen gefährden.
Das brasilianische Ethanol wird aus Zucker gewonnen und ist in der Herstellung deutlich günstiger als jeder Biotreibstoff, der in Europa produziert wird. Umweltschützer und einige Vertreter der EU beanstanden seit langem, dass die brasilianische Ethanolindustrie für den Anbau von Zuckerrohr Regenwälder abholze und somit nichts für den Umweltschutz gewonnen sei.
DJG/DJN/mil/2.5.2008
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