USDA sieht EU-Getreideernte 2008 bei 286 Mio t
WASHINGTON (Dow Jones)--Das US-Agrarministerium USDA prognostiziert für die EU in diesem Sommer weiterhin eine Getreideernte von 286 Mio t. Sollten die derzeit guten Wachstumsbedingungen anhalten, sei sogar eine höhere Produktion möglich, heißt es in einem Attaché-Bericht des Ministeriums. Im Jahr 2007 hatte sich die EU-Getreideernte aufgrund widriger Witterungsbedingungen nur auf 256 Mio t belaufen. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich die Anbaufläche in diesem Jahr um 4% erhöht, so der Bericht weiter. Den eigenen Verbrauch in der EU sieht das USDA im Wirtschaftsjahr 2008/09 bei 274 Mio t Getreide. Davon sollen 168 Mio t als Futtermittel eingesetzt werden. Das USDA erwartet, dass in der EU in den kommenden beiden Jahren Weizen und Roggen ihren Anteil bei den Futtermitteln erhöhen werden, auf Kosten von importiertem Sorghum und Mais.
Aufgrund der geringeren Ernte 2007 hat sich die EU im Wirtschaftsjahr 2007/08 zu einem Nettoimporteur von Getreide entwickelt. Die Importe beziffert das USDA auf 23,4 Mio t, ein Plus von 10,2 Mio t im Vergleich zu 2006/07. Für 2008/09 prognostiziert das Ministerium die Einfuhr von 15,2 Mio t Getreide. Die EU-Exporte sollen sich 2008/09 auf 20,3 Mio t belaufen nach nur 14,1 Mio t 2007/08. Sollte das derzeit hohe Preisniveau anhalten, sei mit einer Erhöhung der Exporte zu rechnen. Diese Zunahme würde dann auf Kosten des Auffüllens der Lagerbestände gehen.
Die EU-Weizenproduktion 2008/09 schätzt das USDA in dem Bericht auf 139 Mio t ein Plus von 9,5 Mio t im Vergleich zur enttäuschenden Ernte 2007. Die Anbaufläche für Weizen habe sich um 8% erhöht. Den Weizenverbrauch innerhalb der EU sieht der Attaché-Bericht 2008/09 bei 126 Mio t, was einem Anstieg um 7 Mio t entspricht. Die Importe sollen in dem Wirtschaftsjahr auf 5,5 Mio t Weizen zurückgehen, während die Exporte vor dem Hintergrund der guten Ernte auf 15 Mio t steigen sollen. Die Lagerendbestände sollen 2008/09 auf 17,4 Mio t wachsen von 13,6 Mio t Ende 2007/08.
Der Anstieg der Weizenpreise im vergangenen Jahr hinterlasse ein großes Fragezeichen, was den Einsatz von Weizen in der Ethanolproduktion angehe. In diesem Jahr hätten deswegen sei entsprechende Produktionsstätten in Deutschland schließen müssen. Zudem sei eine Anlage in Spanien von Weizen auf Sorghum umgestellt worden. In Frankreich, Belgien, Großbritannien und anderen Mitgliedsländern befänden sich jedoch noch weitere Ethanolanlagen im Bau. Die Informationen über ihren künftigen Getreidebedarf gingen jedoch weit auseinander.
DJG/DJN/sru/7.5.2008
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