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Sonnleitner: Wir müssen unsere Potentiale nachhaltig nutzen

Wir haben weltweit die Ressourcen sowohl für den Teller als auch zu einem angemessenen Teil für den Tank. Es kommt darauf an, die Potenziale nachhaltig zu nutzen“. Dies sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, in der Eröffnung der Veranstaltung „Boomende Agrarmärkte – eine Chance für die Landwirte weltweit?!“ am 13. Mai 2008 in Berlin, die gemeinsam vom DBV und der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) veranstaltet wurde. Experten aus Politik, Wissenschaft, landwirtschaftlicher Praxis und Beratung diskutierten darüber, wie sich die Weltagrarmärkte zukünftig verändern werden und wem der derzeitige Boom an den Weltagrarmärkten wirklich nützt. Außerdem wurde die Frage behandelt, welche Auswirkungen der fortschreitende Klimawandel auf die Landwirtschaft hat.

Landwirtschaft sei der Ausgangspunkt und der Grundstein von Entwicklung und Wohlstand. Diese Erkenntnis sei in den vergangenen Jahren in vielen entwickelten Ländern, aber leider auch in den Entwicklungsländern mit Füßen getreten worden. „Ein voller Teller zu immer günstigeren Preisen ist bei uns zu einer Selbstverständlichkeit geworden“, so der DBV-Präsident. Daher seien Ausgaben für die Agrar- und Ernährungsforschung gnadenlos zusammengestrichen worden, kritisierte Sonnleitner.

Die Europäische Agrarpolitik ist nach Einschätzung Sonnleitners eine Erfolgsgeschichte. Sie habe dazu beigetragen, die Menschen in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg schnell und zu günstigen Preisen satt zu machen. Dabei habe sich die EU-Agrarpolitik über die Jahre auch als anpassungsfähig an neue internationale Bedingungen erwiesen. Zwar hätte in dem einen oder anderen Politikinstrument früher gegengesteuert werden können oder müssen. Insgesamt sei aber die EU-Agrarpolitik mit der McSharry-Reform 1992, mit der Agenda 2000 und schließlich mit der Agrarreform 2003 grundlegend und nachhaltig verändert worden. „Ich bin der festen Überzeugung, wir sind hier auf dem richtigen Weg. Das Modell der EU-Agrarpolitik brauchen wir im Grunde genommen für die Entwicklungsländer“, sagte Sonnleitner. Es könne nicht sein, den vermeintlich hoch subventionierten Märkten in der EU und in Amerika die Schuld dafür zu geben, wenn zum Beispiel Afrika als Agrarproduzent nicht auf die Beine komme. Auf die Idee, zunächst einen afrikanischen Binnenmarkt zu schaffen, komme da keiner, kritisierte Sonnleitner.

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