RMX-Weizennotierungen unter Druck
AgE. HANNOVER/PARIS/CHICAGO. Nach der festen Tendenz während der beiden vergangenen Monate sind die Weizennotierungen an der Risk Management Exchange (RMX) in Hannover zuletzt wieder spürbar unter Druck geraten. Der Brotweizen-Kontrakt zur Abrechnung im August wurde am vergangenen Donnerstag zum Handelsschluss mit 146 Euro/t bewertet; gegenüber dem gleichen Tag der Vorwoche waren das 4 Euro/t oder 2,7 % weniger. Die beiden Folgetermine, mit Fälligkeit im November sowie Januar, verbilligten sich um jeweils 5 Euro/t auf 154 Euro/t beziehungsweise 155 Euro/t. Damit folgte die RMX den Vorgaben anderer Terminbörsen: An der Matif in Paris gab der August-Future in der Berichtsperiode um gut 3 % auf 143,5 Euro/t nach. In den USA verbilligte sich der in Kansas gehandelte Standard-Brotweizen um fast 7 % auf knapp 6,5 $/bu (172 Euro/t); in Chicago rutschte der vordere Futterweizen-Future wieder unter die Marke von 6 $/bu (159 Euro). Für das Ende der jüngsten Hausse sorgten im Wesentlichen die Gewinnmitnahmen der Fonds, die zuvor den Markt auch angeheizt hatten. Zudem wurde nach Aussage von Händlern die "Phantasie, die in den Kursen gesteckt hatte", mit dem jüngsten Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums zum Welt-Getreidemarkt zerstoben. Die Washingtoner Fachleute gehen weiterhin von einer sehr umfangreichen Welt-Weizenernte 2009/10 aus. Erwartet wird eine Produktionsmenge von 656,1 Mio t; das wären lediglich 26 Mio t weniger als die Rekordernte 2008/09. Hinsichtlich der globalen Weizenbestände rechnet das Ministerium mit einer weiteren Zunahme, und zwar auf fast 185 Mio t. Ende 2007/08 hatte sich der weltweite Überhang an Weizen dagegen nur auf 120 Mio t belaufen.
Vereinigungspreis deutlich angehoben
Am Schlachtschweinekomplex der RMX tendierten die Kontrakte in der Berichtsperiode etwas fester. Der Future zur Abrechnung in der dritten Juniwoche wurde von den Marktteilnehmern am Donnerstag mit 1,482 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) bewertet; das waren 1,4 Cent/kg mehr als sieben Tage zuvor. Schlachtschweine für Juli notierten 1,6 Cent/kg höher bei 1,535 Euro/kg SG. Für den im August fälligen Kontrakt waren am Berichtstag 1,560 Euro/kg SG anzulegen, was einem Aufschlag von 4 Cent/kg entsprach. Der als Richtwert für den Kassamarkt geltende Vereinigungspreis wurde am Freitag deutlich heraufgesetzt, und zwar um 5 Cent auf 1,51 Euro/kg SG. Marktteilnehmer sprachen von einer freundlichen Verfassung des Schlachtschweinmarktes. Trotz des regionalen Feiertages sei die Vermarktung problemlos verlaufen. Außerdem wurde von wieder etwas umfangreicheren Lebendtierexporten nach Osteuropa berichtet. Im RMX-Ferkelkomplex profitierten von der besseren Stimmung am Schlachtschweinemarkt aber nur
spätere Termine: So verteuerte sich der Ferkel-Future zur Abrechnung im August um 1,8 Euro auf 48,3 Euro für das 25-kg-Tier, während die beiden vorderen Kontrakte über die gesamte Berichtswoche hinweg unverändert mit 50,5 Euro beziehungsweise 48 Euro bewertet wurden. Deutlich schwächer tendierten zuletzt die RMX-Notierungen für Verarbeitungskartoffeln. Der Juni-Kontrakt gab hier um gut 4 % auf 9,2 Euro/dt nach; der April-Termin verbilligte sich bei sehr hohen Umsätzen um fast 11 % auf 12,7 Euro/dt. Händler verwiesen auf die ausgiebigen Regenfälle in den wichtigen Anbaugebieten. (16.06.2009)
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