Eierproduktion soll 2010 auf 11,5 Milliarden Stück schrumpfen
AgE. BERLIN. Mit dem Ausstieg aus der Käfighaltung ist in diesem und im nächsten Jahr mit einem massiven Rückgang der Eierproduktion in Deutschland zu rechnen. So erwartet Caspar v o n d e r C r o n e vom Europäischen Dachverband der Eier-, Wild- und Geflügelwirtschaft (EPEGA) in diesem Jahr eine Senkung der Erzeugung um 800 Millionen Stück oder 6,7 % auf 12,0 Milliarden Eier. Im nächsten Jahr soll ein Tief von 11,5 Milliarden Eiern erreicht werden, bevor sich die deutsche Produktion in den Folgejahren dann wieder etwas erholen und bis 2015 auf ein Niveau von
12,2 Milliarden Stück steigen soll. Damit einhergehend würde der Selbstversorgungsgrad Deutschlands im nächsten Jahr nur noch gut 60 % betragen, nachdem er 2005 noch deutlich oberhalb der 70-Prozent-Marke gelegen hatte. Bis 2015 erwartet von der Crone - einhergehend mit einem Siegeszug alternativer Haltungsformen - wieder eine Stabilisierung und eine moderate Erhöhung des Selbstversorgungsgrades auf 65 %. Auslöser der dramatischen Entwicklung ist das zum Jahreswechsel in Kraft getretene Verbot der Hennenhaltung im klassischen Käfig. Nur Betrieben, die über ein verbindliches Umbaukonzept ihrer Ställe verfügen, konnte eine Übergangsfrist bis Ende dieses Jahres eingeräumt werden. Dagegen muss in anderen Staaten der Europäischen Union die Umstellung erst bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Die Folgen der Beschlüsse waren in Deutschland im vergangenen Jahr spürbar, als sich die Kapazitäten in der klassischen Käfighaltung einschließlich der neuen Kleingruppenhaltung um 2,3 Millionen Plätze oder 8,4 % auf
24,78 Millionen Plätze verringert hatten.
Kleingruppe setzt sich laut Prognose nicht durch
Nutznießer des Käfigverbots ist hingegen die Bodenhaltung. Von der Crone, der Geschäftsführer des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen (KAT) ist, stellte gegenüber dem Presse- und Informationsdienst AGRA-EUROPE fest, dass derzeit mit Hochdruck eine Umstellung von der Käfig- auf die Bodenhaltung stattfinde. Von einer weiteren Verlängerung der Übergangsfristen für die Käfighaltung geht er nicht aus. "Der Markt will das nicht", so von der Crone mit Blick auf die Kleingruppenhaltung, wo er im Übrigen die Produktionskosten nah am Niveau der Bodenhaltung sieht. Während der Anteil von Käfig- beziehungsweise Kleingruppenhaltung laut seinen Schätzungen in diesem Jahr gegenüber 2007 von etwa 60 % auf rund 40 % absackt, soll 2010 ein dramatischer Rückgang auf weniger als 10 % stattfinden. Danach soll der Marktanteil weiter abnehmen. Vor dem Hintergrund der deutlich verringerten Eierproduktion in Deutschland soll hingegen der Anteil der Bodenhaltung an der Gesamterzeugung in diesem Jahr auf 30 % steigen, bevor 2010 nahezu eine Verdoppelung auf fast 60 % stattfindet. Um diese Marke soll sich der Marktanteil der Bodenhaltung dann bis 2015 einpendeln. Die Freilandhaltung sieht von der Crone im nächsten Jahr deutlich über 10 %; hinzu kommen Bioeier.
(19.06.2009)
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