Sonnleitner: Französische Milchpreisempfehlung kann Vorbild für Deutschland sein
AgE. BERLIN. Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht sich durch die in Frankreich erzielte Milchpreisempfehlung ermutigt, neue Wettbewerbsspielregeln hierzulande durchzusetzen. DBV-Präsident Gerd S o n n l e i t n e r forderte jetzt in Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor z u G u t t e n b e r g und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse A i g n e r eine Prüfung, ob eine solche Milchpreisempfehlung auch in Deutschland möglich ist. Dies könne dabei helfen, den Milchbauern einen stabileren und angemessenen Erzeugerpreis zu sichern. In Frankreich hatten sich Molkereien und landwirtschaftliche Interessenverbände auf eine Preisempfehlung von durchschnittlich 28 Cent je Liter für das Jahr 2009 geeinigt. Bei viel Industrieerzeugnissen im Produktmix kann dieses Niveau um knapp 2 Cent/l unterschritten werden. Vor dem Hintergrund eines Milchpreises in Deutschland von zur Zeit nur 21 Cent bei deutschen Molkereien appellierte Sonnleitner an die Minister, ernsthaft das französische Vorbild prüfen zu lassen. Bei der französischen Milchpreisempfehlung handle es sich um eine zwischen allen Marktbeteiligten vereinbarte Marktvorausschau. Derartige Preisempfehlungen stießen in Deutschland aber immer wieder auf Bedenken des Bundeskartellamtes. Das sei zumindest so lange nicht nachvollziehbar, wie auf dem Milchmarkt ein oder zwei Einzelhandelsunternehmen die jeweilige Grundrichtung für alle Marktbeteiligten festlegen könnten. Mehr als 100 Molkereien und erst recht rund 100 000 Milcherzeuger seien gegenwärtig nicht in der Lage, eine gleichgewichtige Marktposition aufzubauen, betonte Sonnleitner. (22.06.2009)
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