Kritik am weiteren Gebrauch der irreführenden Bezeichnung "Schweinegrippe"
AgE. HANNOVER. Kritik an der von den Medien nach wie vor gebrauchten Bezeichnung "Schweinegrippe" hat der Genossenschaftsverband in Hannover geübt. Vorstandsmitglied Martin B o n o w betonte vergangene Woche in einer Presseverlautbarung, "die Bezeichnung Schweinegrippe ist schlichtweg falsch". Die Verbraucher würden grundlos verunsichert und seien bei Schweinefleisch unnötig zurückhaltend. Das schade vor allem Landwirten und ihren Vermarktungsunternehmen. Bonow forderte daher eine "saubere" journalistische Recherche und Berichterstattung. Tatsache sei lediglich, dass das Virusgenom A/H1N1 Teile der Erbinformation von Influenzaviren des Typs A vom Schwein, aber auch vom Menschen sowie von Vögeln aufweise. "Schweinegrippe ist dafür der völlig falsche Name, denn es ist keine Tierseuche", unterstrich Bonow. Auch die internationale Organisation für Tiergesundheit (OIE) habe bestätigt, dass Schweine und Schweineprodukte keine solche Infektionsquelle darstellten und mögliche Risiken für die Verbraucher durch den Verzehr dieser Produkte ausgeschlossen seien. Zutreffend könnte das neue Virus in den Medien entweder mit seinem wissenschaftlichen Namen A/H1N1 genannt, als neue oder neuartige Grippe, als "Mexiko-Grippe" oder "Nordamerika-Grippe" bezeichnet werden, so Bonow. (22.06.2009)
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