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Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe stärker gefördert

AgE. BERLIN. Auf ordnungspolitische Förderinstrumente wie Quotenvorgaben und Steuerabschläge wird bei der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe verzichtet. Jedoch steht für die Verwendung der Ackerpflanzen in der Industrie immerhin die staatliche Förderung von Forschung und Entwicklung offen. In diesem Sinne übergab der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Gert L i n d e m a n n , vergangene Woche drei Zuwendungsbescheide mit einem Volumen von insgesamt fast 8,9 Mio Euro für drei umfangreiche Verbundvorhaben. In einem Netzwerkverbund zu naturfaserverstärkten Kunststoffen namens FENAFA (Forschung, Entwicklung, nachwachsende Rohstoffe, Fasern) fördert das Ministerium insgesamt 15 Projektteilnehmer mit knapp 3 Mio Euro. FENAFA steht dem Ministerium zufolge für ganzheitliche Bereitstellungs-, Verarbeitungs- und Fertigungsstrategien von Naturfaserrohstoffen und soll sich vor allem an klein- und mittelständische Unternehmen richten. Koordiniert wird das Projekt von der TU Chemnitz. Der Forschungsverbund Biopolymere erhält vom Agrarressort rund 2,6 Mio Euro für die Entwicklung, Optimierung und Verarbeitung natürlicher Basispolymere. Unter Koordination des Fraunhofer Instituts für angewandte Polymerforschung geht es um eine höhere Wertschöpfung aus "Rest- beziehungsweise Nebenströmen der Agrar- und Zellstoffproduktion", um den Ersatz synthetischer Polymere in Verpackungen und Schäumen sowie um die Verarbeitung biobasierter Kunststoffe. Das größte Stück vom Förderkuchen erhält das Projekt Systembiotechnologie nachwachsender Rohstoffgewinnung (SynRg) mit 3,3 Mio Euro für zehn Forschungseinrichtungen und sieben Unternehmen. Dieser Verbund wird von der Phytowelt Green Technologies GmbH koordiniert. Ziel des Verbundes ist es, petrochemische Produkte durch die Herstellung hochwertiger Polymere auf Basis von Fettsäuren und Fettsäurederivaten zu ersetzen. Auch bei SynRg wird dem Landwirtschaftsministerium zufolge wie bei den beiden anderen Forschungsverbünden die gesamte Wertschöpfungskette vom pflanzlichen Rohstoff über chemische Zwischenstufen bis hin zum fertigen Produkt "integrativ betrachtet und bearbeitet". (24.06.2009)

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