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Australien rechnet mit 22 Millionen Tonnen Weizen

Gutes Vorjahresergebnis soll übertroffen werden - Witterungsperiode beginnt aber erst - Genügende Niederschläge im Mai - Meteorologen warnen vor El Niño

AgE. CANBERRA. In Australien herrscht derzeit Optimismus, dass die Ackerbauern zum Jahresende wieder eine sehr gute Ernte einbringen. Das Amt für Land- und Rohstoffwirtschaft (ABARE) rechnet in seiner ersten Prognose für die Ende dieses Jahres bevorstehende Ernte auf der Südhalbkugel mit einem australischen Weizenaufkommen von 22,0 Mio t, das wären 2,8 % mehr als im Vorjahr. Ausschlaggebend dafür sind angesichts einer nur wenig veränderten Anbaufläche Ertragssteigerungen von 3,2 % auf 16,3 dt/ha. Eine deutlich stärkere Erhöhung der Produktion aufgrund verbesserter Flächenergebnisse erwartet das ABARE bei der Gerste mit einem Plus von 13,0 % auf 7,7 Mio t. "Der Regen Ende Mai und Anfang Juni kam gerade zur rechten Zeit für die schon gesäten Winterungen und hat dafür gesorgt, dass Anbauentscheidungen noch realisiert werden konnten", erklärte ABARE-Geschäftsführer Phillip G l y d e . Die Wintersaatenfläche schätzt sein Amt auf insgesamt 21,9 Mio ha; das sind 1 % mehr als im Vorjahr. Dominierend bleibt der Weizen mit konstant rund 13,5 Mio ha. Unter der Voraussetzung einer weiteren guten Getreideernte stehen den Australiern weit in das neue Wirtschaftsjahr hinein größere Mengen im Export zur Verfügung. Die Ackerbauern hatten 2006 und 2007 aufgrund großer Trockenheit mit schlimmen Missernten zu kämpfen, was die Auslandsvermarktung stark einschränkte. Für das Wirtschaftsjahr 2009/10 veranschlagt das ABARE die Weizenexporte auf 15,2 Mio t, nach 14,1 Mio t im Vorjahr und 7,4 Mio t im Wirtschaftsjahr 2007/08. Die Gerstenausfuhren sollen auf 4,4 Mio t steigen; davon sollen 2,7 Mio t als Futtergerste abgesetzt werden. Für die Braugerstenexporte rechnet das ABARE mit einem Volumen von 953 000 t; als Malz sollen 686 000 t Gerste ins Ausland gehen.

Gegenläufige Entwicklung am Rapsmarkt prognostiziert

Dass die aktuelle ABARE-Prognose mit großen Unsicherheiten behaftet ist, machen die Marktexperten mit dem Hinweis auf die Wetteraussichten deutlich. So hat das australische Wetteramt laut ABARE beobachtet, dass sich über den Äquatorzonen des Pazifik dem El Niño ähnliche Muster bilden. El Niño-Wetterkonstellationen werden häufig mit wenig Regen in der zweiten Jahreshälfte in Verbindung gebracht. Der Wetterdienst geht in seiner jüngsten Regenprognose denn auch davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit unterdurchschnittlicher Niederschläge während des Südhalbkugel-Winters leicht gestiegen ist. Besonders im Westen Australiens sind zudem überdurchschnittliche Temperaturen im Winter - das ist der Zeitraum von Juni bis August - zu erwarten. Mit Verschiebungen ist vor diesem Hintergrund in der australischen Rapsproduktion zu rechnen. So geht das ABARE davon aus, dass trotz einer Flächenausweitung um 7,0 % auf 1,25 Mio ha aufgrund von Ertragsrückgängen die kommende Ernte gegenüber dem Vorjahr um 9,5 % auf 1,70 Mio t sinkt. In Westaustralien als wichtigster Anbauregion hatten die Rapserträge im vergangenen Jahr das Rekordniveau von 18,4 dt/ha erreicht; im Landesschnitt wurden 16,1 dt/ha erzielt. Diese Flächenergebnisse werden laut der ABARE-Prognose zur nächsten Ernte nicht erreicht. Gerechnet wird mit einem landesweiten Raps-Durchschnittsertrag von 13,7 dt/ha, gegenüber einem langjährigen Mittel von 10,0 dt/ha. Ausschlaggebend ist dabei ein starker Rückgang in Westaustralien. (26.06.2009)

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