Regierung beurteilt Stromgewinnung in der Sahara zurückhaltend
AgE. BERLIN . Zurückhaltend beurteilt die Bundesregierung die Gewinnung von Solarstrom in der Sahara und dessen Nutzung in Deutschland. Das geht aus ihrer Antwort auf eine Große Anfrage von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen hervor. Dieses Konzept mit dem Namen "Desertec" spiele zwar in den Szenariobetrachtungen der Bundesregierung eine Rolle, heißt es in der Antwort; inwieweit es umsetzbar sei, hänge aber von den Gestehungskosten solarthermisch erzeugten Stroms und von der Mobilisierbarkeit der Finanzmittel ab. Hinzu kämen weitere Probleme wie zum Beispiel die Akzeptanz neuer Stromleitungen. Bei dem Konzept, das laut Presseberichten federführend von der Münchener Rück vorangetrieben wird, geht es um die Erzeugung von Solarstrom in Afrika und dessen Transport über Hochspannungsnetze nach Europa. Das Projektvolumen wird auf insgesamt 400 Mrd Euro veranschlagt. Damit ließen sich Schätzungen zufolge 15 % der europäischen Stromversorgung decken. Hinter dem Vorhaben steht ein Konsortium, an dem neben der Münchener Rück die Deutsche Bank sowie große deutsche Industrieunternehmen und Energieversorger beteiligt sein sollen. Ein Gründungstreffen soll am 13. Juli 2009 in München stattfinden. Die Bundesregierung bekennt sich in der Antwort zu dem Ziel, der Abhängigkeit von Energieimporten entgegenzuwirken und strebt daher einen "breiten Energiemix" an. Sie spricht sich dafür aus, die jeweiligen Vorteile der einzelnen Energieträger zu kombinieren und erneuerbare Energien, Energieeffizienz sowie Energiesparen auszubauen. Eine langfristige und verlässliche Energiepolitik müsse die Endlichkeit fossiler Energieträger, die wachsende Nachfrage nach Energie durch aufstrebende Schwellen- und Entwicklungsländer und den Klimaschutz einbeziehen. (29.06.2009)
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