Spürbarer Umsatzrückgang für die europäische Landtechnikindustrie
AgE. FRANKFURT. Nach einem mehrjährigen weltweiten Aufschwung dürfte sich das Produktionsvolumen der Landtechnikunternehmen in diesem Jahr merklich verringern. Der Fachverband Landtechnik im Verband Deutscher Landmaschinen- und Anlagenbau (VDMA) rechnet in seinem aktuellen Wirtschaftsbericht mit einem europaweiten Umsatzrückgang von 15 % auf 23,6 Mrd. Euro. Damit würde der Umsatz auf das Niveau des Jahres 2007 zurückfallen. Diese vergleichsweise moderate Abnahme hängt laut VDMA insbesondere mit den bis in das Frühjahr hinein weiterhin hohen Fakturierungen der Hersteller durch Auftragsüberhänge aus 2008 zusammen. Im zweiten Halbjahr 2009 dürfte sich der konjunkturelle Abschwung dann beschleunigen. Die spannende Frage sei, wie das kommende Jahr aussehen werde, kommentierte Verbands-Geschäftsführer Dr. Bernd S c h e r e r die Prognose. Vieles spreche dafür, dass sich eine unterschiedliche Entwicklung innerhalb der Branche auftue. Während bei manchen Unternehmen der Abschwung erst nach dem Sommer 2009 richtig ankommen werde und eine schwächere Auftragslage auch 2010 zu Umsatzrückgängen führen dürfte, würden andere Unternehmen im kommenden Jahr bereits eine erneut ansteigende Investitionsbereitschaft in Mittel- und Osteuropa erleben. In dieser Region, die für die deutsche und westeuropäische Landtechnikindustrie mittlerweile als Schlüsselmarkt gelte, sei das Landmaschinengeschäft im vergangenen Halbjahr teilweise komplett zum Erliegen gekommen. Angesichts der momentan niedrigen Auftragsbestände in der Branche befindet sich das Geschäftsklima in der europäischen Landtechnikindustrie laut Fachverband seit Monaten im Tief. In der Juni-Befragung des europäischen Branchenverbandes CEMA hätten 65 % der Befragten Unternehmen angegeben, dass die Geschäftslage ungünstig sei; 80 % erwarteten einen Umsatzrückgang für das kommende Halbjahr. Die Auslastung der Produktionskapazität reiche derzeit im Schnitt noch für zwei Monate. Nach Ansicht des Fachverbandes besteht jedoch weiterhin Zuversicht für die Branche, vor allem auch im Vergleich zu anderen Sektoren des verarbeitenden Gewerbes. Die Kunden der Landtechnikindustrie produzierten Nahrungs- und Futtermittel sowie Rohstoffe für die Gewinnung von Bioenergie, für die es einen stetig ansteigenden Bedarf gebe. Gleichzeitig würden in Westeuropa Maschinen auf höchstem technologischen Niveau gebaut, die damit eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit besäßen. (01.07.2009)
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