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Kiew erwartet Produktionsrückgang bei Getreide und Ölfrüchten

AgE. KIEW. In der Ukraine soll die diesjährige Ernte 42 Mio bis 43 Mio t Getreide bringen, während im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis von 53,3 Mio t eingefahren worden war. Diese Prognose hat Landwirtschaftsminister Jurij M e l n i k am Dienstag vergangener Woche am Rande einer Branchenkonferenz bestätigt. Danach erwartet Melnik eine Weizenproduktion in Höhe von rund 20 Mio t. Dazu sollen etwa 10 Mio t Gerste sowie 10,5 Mio t bis 11 Mio t Körnermais und 1 Mio t Roggen kommen, berichtete die Landespresse. Zuvor hatte Melnik die Hoffnung geäußert, dass die Exportmenge an Getreide im Wirtschaftsjahr 2009/10 nicht unter 15 Mio t bis 17 Mio t liegen werde. Im ablaufenden Wirtschaftsjahr sollen die Ausfuhren etwa 25 Mio t erreichen. Nach den Worten Melniks ist 2009 in der Ukraine außerdem mit einer Sonnenblumenproduktion von mehr als 6 Mio t zu rechnen gegenüber gut 6,5 Mio t in der Ausnahmesaison 2008. Der Produktionsrückgang werde erwartet, obwohl mit Sonnenblumen zur diesjährigen Ernte größere Flächen bestellt worden seien als ursprünglich prognostiziert. Das sei darauf zurückzuführen, dass Landwirte die wegen April-Frösten verlorengegangenen Ölrapsbestände ersetzt hätten. Bei Raps sei dennoch mit einem Ernteergebnis von etwa 3 Mio t zu rechnen, was dem Vorjahresniveau entspreche. Die in der Ukraine inzwischen angelaufene Erntekampagne könnte jedoch durch einen deutlichen Mangel an Getreidemähdreschern erschwert werden. Es fehlten nämlich rund 12 000 Maschinen, räumte der stellvertretende Landwirtschaftsminister Alexander S c h e w t s c h e n k o ein. Den vorhandenen Mähdrescherpark bezifferte Schewtschenko auf insgesamt rund 57 400 Stück. Etwa 5 900 davon werden nach seinen Angaben noch repariert. Mit einem Mähdrescher soll Getreide in dieser Saison von durchschnittlich 224 ha geerntet werden.

Zur Interventionen bereit

Die ukrainische Interventionsbehörde, der Agrarfonds, soll bereits Anfang Juli mit Ankäufen von Getreide beginnen. Vorerst sollen die sogenannten Pfandankäufe von Gerste anlaufen, teilte Ministerpräsidentin Julia T i m o s c h e n k o vor der Presse mit. Hierbei zahlt der Agrarfonds zwar zunächst nur 60 % des eigentlichen Preises von Getreide; dafür bleibt die Ware aber bis hin zum Frühjahr nächsten Jahres im Eigentum der Produzenten und kann jederzeit zurückgefordert werden. Zur Jahresmitte soll der Agrarfonds Finanzmittel in Höhe von umgerechnet 139,6 Mio Euro zur Verfügung haben, teilte Landwirtschaftsminister Melnik mit. Die von der Einrichtung angebotenen Konditionen sollten zur Gestaltung fairer Erzeugerpreise für Getreide beitragen. Allerdings habe der Staat keinesfalls das Ziel, im Land tätige private Getreidehandelsgesellschaften vom Markt zu verdrängen, stellte Melnik klar. Er wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass die meisten Objekte der Getreideexportinfrastruktur in der Ukraine gerade den Handelsgesellschaften gehörten. Erstmals, so Melnik, solle der Agrarfonds 2009/10 den privaten Getreidespeichern normale Preise für die Lagerung seiner Bestände zahlen können, denn die bisherigen zu niedrig festgesetzten Obergrenzen hierfür seien aufgehoben worden. (03.07.2009)

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