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Maiswurzelbohrer wütet in Norditalien

MAILAND. In Norditalien bereitet das vermehrte Auftreten des Maiswurzelbohrers in diesem Jahr den Landwirten erhebliche Sorgen. Aus der im Maisanbau führenden Region Lombardei werden bereits Ausfälle von rund 1 Mio t gemeldet, was nach Angaben der Agrarverbände etwa 30 % der diesjährigen Produktion in der Poebene bedeutet. Die Landwirte hatten in der norditalienischen Region zur Ernte 2009 bereits ihr Anbauareal gegenüber dem Vorjahr um 9 % auf 900 000 ha eingeschränkt. Der Maiswurzelbohrer war in Italien erstmals 1998 aufgetreten. Neben dem aktuellen Schädlingsbefall in der Lombardei wurden inzwischen auch Exemplare des Schädlings in den angrenzenden Regionen Piemont, Veneto und Friaul-Venezia-Giulia gefunden. Um seine Verbreitung zu verhindern, beinhalten die vom römischen Landwirtschaftsministerium angeordneten Quarantänemaßnahmen gemäß den EU-Bestimmungen in der Quarantänezone eine zeitlich befristete Erntebeschränkung, die wirksame Insektizidbekämpfung, eine gründliche Reinigung der auf Maisfeldern genutzten Maschinen vor dem Verlassen der Befallszone und eine dreijährige Fruchtfolgevorschrift. Danach darf Mais in der Quarantänezone erst wieder im dritten Jahr nach dem Auftreten des Schädlings angebaut werden. Außerdem muss ein möglicher Maisdurchwuchs bekämpft werden.

Confagricoltura fordert finanziellen Ausgleich

Der Präsident des regionalen Landwirtschaftsverbands Confagricoltura, Mario V i g o , hat bereits in einem Gespräch mit dem lombardischen Landwirtschaftsminister Luca F e r r a z z i die offizielle Einstufung der Lombardei als "Katastrophengebiet" mit dem Hinweis gefordert, dass 30 % der Maisproduktion zerstört seien. Auch Nino A n d e n a , Vorsitzender des regionalen Bauernverbandes Coldiretti, mahnte entsprechende finanzielle Hilfen an, um die Maisproduzenten für ihre Verluste und höheren Produktionskosten infolge des Maiswurzelbohrers angemessen zu entschädigen. Besorgt äußerten sich mittlerweile auch regionale Tierhaltungsbetriebe mit eigenen Flächen für Futtermais. Sie sehen sich durch das erneute Auftreten des Maiswurzelbohrers in zweifacher Hinsicht betroffen, da Mais wegen der strengen dreijährigen Fruchtfolgevorschrift in den Befallszonen während der nächsten zwei Jahre nicht mehr selbst produziert werden könne, sondern zugekauft werden müsse. Ebenfalls Kritik gab es vom nationalen Confagricoltura-Präsidenten Federico V e c c h i o n i . Ein Anbauverbot in den vom Maiswurzelbohrer befallenen Zonen benachteilige die Produzenten, löse aber nicht das eigentliche Problem. Er warnte zugleich vor der Bekämpfung mit Insektiziden, die laut einer Analyse von Confagricoltura negative Auswirkungen auf die Bienenvölker habe. Vecchioni zufolge besteht konkreter Anlass, die Lombardei als Katastrophengebiet mit Anspruch auf staatliche Entschädigung einzustufen. Lob für die Beschränkungen durch das römische Landwirtschaftsministerium gab es indes vom Vorsitzenden des italienischen Maiserzeugerverbands (AMI), Marco Aurelio P a s t i . Damit folge Italien den EU-Bestimmungen und den Auflagen zur Bekämpfung des Maiswurzelbohrers, wie sie in anderen betroffenen EU-Mitgliedsländern bereits umgesetzt würden. Derartige Auflagen seien notwendig, um durch rigorose Maßnahmen eine weitere Ausbreitung des Schädlings zu verhindern. AgE (10.08.2009)

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