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Genossenschaften und die Zukunft der Agrarmärkte:

Chancen bestmöglich nutzen und Risiken begrenzen

Gronau. „Als Folge der wachsenden Weltbevölkerung und einer zunehmenden Nachfrage nach Bioenergie wird sich der Bedarf an Agrargütern laut Expertenschätzungen bis zum Jahr 2050 nahezu verdoppeln“, erklärte Manfred Nüssel, Präsident des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) beim Kreisverbandstag des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands in Borken. „Ich sehe daher positive Perspektiven auf den nationalen und internationalen Agrar- und Nahrungsmittelmärkten. Allerdings werden die Rohstoffpreise trotz dieser positiven Tendenzen volatil bleiben“, so der DRV-Präsident. Deshalb hängt der unternehmerische Erfolg zunehmend davon ab, entlang der gesamten Wertschöpfungskette vorausschauend und sicher mit Preisschwankungen umzugehen. Zur Absicherung empfiehlt Nüssel den landwirtschaftlichen Unternehmern, sich an der Wertschöpfung der vor- und nachgelagerten Bereiche zu beteiligen. Diversifizierungen, ein ausgefeiltes betriebliches Risikomanagement und Kooperation sind zudem erforderlich, um Risiken und Kosten spürbar zu senken.

„Diese Form der Absicherung erfordert dauerhafte und stabile Partnerschaften. Dafür sind die Genossenschaften ein zukunftsweisendes Modell. Sie haben als Unternehmen der Mitglieder große Vorteile gegenüber ausschließlich gewinnorientierten Unternehmen. Das hat die Finanz- und Wirtschaftskrise eindrucksvoll aufgedeckt. Schließlich werden die genossenschaftlichen Unternehmen individuell an den Bedürfnissen der Mitglieder ausgerichtet, die durch ihre Mitbestimmungsrechte über den nachhaltigen Erfolg ihres Unternehmens mitentscheiden“, so Nüssel.

Der DRV-Präsident betonte die Marktleistungen der Genossenschaften. Sie richten sich zudem seit Jahren erfolgreich an die veränderten Marktbedingungen aus, insbesondere in der Molkereiwirtschaft. Diese Strukturanpassungen müssen konsequent fortgeführt werden, um weiterhin mit den Wettbewerbern auf den europäischen und internationalen Märkten konkurrieren zu können. Zahlreiche Bespiele belegen, wie genossenschaftliche Unternehmen mit kreativen Ideen neue Märkte vor Ort und in den Wachstumsregionen Asiens erschließen.

Mit Blick auf die zukünftigen agrarpolitischen Rahmenbedingungen räumte Nüssel ein, dass die Diskussion um die Direktzahlungen für die Landwirtschaft voll entbrannt ist. Neben einer starken ersten Säule ist es für den DRV wichtig, dass die Mittel der zweiten Säule weiterhin auch für Struktur verbessernde Maßnahmen eingesetzt werden können. Nüssel setzt sich zudem dafür ein, dass durch Änderungen im Steuerrecht der Übernehmende die Verluste des Übernehmenden bei Unternehmenszusammenschlüssen steuerlich geltend machen kann. Auch dadurch wird es einfacher, den notwendigen Strukturwandel voranzutreiben. (11.12.2009)

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