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Deutscher Milchmarkt in Stichworten

BONN. Die für die Jahreszeit übliche saisonale Aufwärtsbewegung der Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland dürfte sich zuletzt weiter fortgesetzt haben. Laut Angaben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen wurde das Rohstoffaufkommen in dem Bundesland in der Woche zum 17. Januar 2010 saisonal um 0,5 % ausgeweitet. In Nordrhein-Westfalen nahm die den Verarbeitungsbetrieben angediente Milchmenge gegenüber der Vorwoche um 1,0 % zu. Auch der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) berichtete von einer wieder leicht ansteigenden Milchproduktion. Dagegen nahm das Liefervolumen in Rheinland-Pfalz in dieser Zeit saisonal um 0,4 % ab. In der Woche zum 10. Januar war die von den Molkereien erfasste Rohmilchmenge bundesweit gegenüber dem Stand der Vorwoche relativ kräftig gestiegen, und zwar insgesamt um 1,8 %. Demnach beschleunigte sich der Zuwachs deutlich, denn zum Jahreswechsel war ein saisonales Plus von 0,6 % verzeichnet worden. Die vergleichbare Vorjahresmenge wurde in der ersten vollen Januarwoche im Bundesmittel um 0,6 % übertroffen, wobei Nordrhein-Westfalen mit einer Steigerung um 11,4 % glänzte. Zuletzt belief sich das Plus gegenüber der Vergleichswoche von 2009 in Nordrhein-Westfalen, das in erheblichem Umfang Milchquote hinzugewinnen konnte, auf 14,8 %. Wie der VMB allgemein zum deutschen Markt für Milchprodukte berichtete, entwickelte sich dieser in der aktuellen Berichtswoche ruhig bis abwartend, jedoch gemessen am zum Jahresanfang üblichen Verlauf freundlich.

Mehr Butter in die private Lagerhaltung
Zum Buttermarkt stellte der VMB fest, dass der Verkauf Deutscher Markenbutter in Anbetracht der Jahreszeit relativ gut vonstatten gehe, Blockbutter dagegen etwas zögerlich geordert werde. Die Süddeutsche Butter- und Käsebörse in Kempten berichtete am vergangenen Mittwoch von einer Belebung des Buttermarktes, nachdem die Preise für Blockware am 13. Januar gesenkt worden waren. In der Berichtswoche kam es zu keinen Änderungen: In Kempten notierte das Kilogramm Blockbutter am 20. Januar für 2,90 Euro bis 3,10 Euro und in Hannover für 2,85 Euro bis 3,08 Euro. Die Notierungen für geformte Ware blieben ebenfalls stabil, obgleich es laut VMB bei einzelnen Partien schon zu kleinen Abschlägen kam. Noch habe das Preisniveau für Stückware durch festere Kontrakte gehalten werden können, hieß es im Freistaat. Die Butterproduktion war von den meldenden Betrieben in Deutschland in der Woche zum 10. Januar saisonal insgesamt um 2,7 % und verglichen mit der Vorjahreswoche um 0,9 % gedrosselt worden. Die Einschränkung hängt mit der wieder höheren Auslastung der Käsereien zusammen. Die Butterbestände in der privaten Lagerhaltung im Bundesgebiet erhöhten sich gemäß den Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) saisonal um 408 t auf 5 372 t am 17. Januar; das waren 1 192 t weniger als ein Jahr vorher. Aus der staatlichen Intervention wurde erneut keine Butter entnommen; die betreffende Vorratsmenge betrug unverändert 9 894 t.

Edamer sehr gut nachgefragt
Die meldepflichtigen Käsereien in Deutschland dehnten die Produktion in der ersten vollen Januarwoche saisonal um 6,0 % aus; das Aufkommen der entsprechenden Vorjahreswoche wurde um 9,9 % übertroffen. Obwohl die Produktion nach dem Jahreswechsel deutlich zugenommen hat, gestaltete sich der deutsche Schnittkäsemarkt nach Angaben des VMB zuletzt freundlich. Edamer, Gouda und Tilsiter gingen sehr zügig in den Markt, berichtete der Verband. Auch die Käsebörse in Kempten sprach von einer verbesserten Nachfrage. Ihr zufolge war vor allem Edamer sehr gut gefragt. Emmentaler konnte in normalen Mengen abgesetzt werden; dies galt auch wieder für die Weichkäsesorten. Die Käsenotierungen tendierten stabil. Uneinheitlich beziehungsweise ruhig entwickelte sich dagegen der Magermilchpulvermarkt: Die Preise für Sprühware in Lebensmittelqualität gaben bei ruhigem Geschäftsverlauf am unteren Ende der Spanne um 0,02 Euro/kg auf 1,93 Euro bis 2,08 Euro/kg nach. Futtermittelware erlöste unverändert 1,77 Euro bis 1,80 Euro/kg. Die Magermilchpulverherstellung war von den Molkereien in Deutschland in der Woche zum 10. Januar saisonal um 11,0 % und verglichen mit der Vorjahresmenge um 7,9 % eingeschränkt worden. Nach wie vor befinden sich an öffentlichen Marktordnungsbeständen 63 775 t Magermilchpulver in Deutschland auf Lager. In der Seitwärtsbewegung steckte zuletzt auch der Markt für Vollmilchpulver. Demgegenüber zogen die Preise für Süßpulver bei guter Nachfrage im Lebens- und Futtersegment an: Angesichts eines relativ knappen Angebots fiel das durchschnittliche Plus bei Futtermittelware mit 0,02 Euro auf 0,70 Euro/kg etwas höher aus. AgE (25.01.2010)

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