Experte rechnet mit weiterem Rückgang des Braugerstenanbaus in Rheinland-Pfalz
BAD KREUZNACH. Die Landwirte in Rheinland-Pfalz werden den Anbau von Braugerste zur Ernte 2010 voraussichtlich erneut deutlich einschränken. Manfred S c h n o r b a c h von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz rechnet gegenüber 2009 mit einer Abnahme um 9 000 ha auf nur noch rund 40 000 ha, was etwa eine Halbierung seit 2003 bedeuten würde. Wie der Marktexperte vergangene Woche in einer Presseverlautbarung weiter feststellte, ist der Braugerstenmarkt wie der gesamte Getreidemarkt bis weit in das Jahr hinein ausreichend mit Ware versorgt. Demnach würden eindeutig die Regeln eines Käufermarktes gelten. Dennoch sollten die Landwirte die aktuellen, wenn auch nur vereinzelten Preissignale des Handels für Braugerste von etwa 12 Euro/dt frei Handelslager in der Ernte 2010 sowie rund 15 Euro/dt frei Handelslager im Januar 2011 prüfen und auf der Basis einer betriebsindividuellen Vollkostenrechnung bewerten. Schnorrbach wies darauf hin, dass Braugerste nicht nur für die Landwirte, sondern auch für den Handel eine schwierige Kultur sei. Im Gegensatz zum Weizen, der je nach Qualität und Preis in der Mühle, dem Kraftfutterwerk oder der Ethanolanlage seine Verwertung finde, sei Braugerste nur an Mälzereien und Brauereien zu verkaufen. Zudem sei die Zahl der potentiellen Marktpartner aufgrund des Strukturwandels in der Malzindustrie und Brauwirtschaft deutlich geringer geworden. Hier ein Gegengewicht auf der Anbieterseite über die Produktion großer sortenreiner Partien und die Bündelung der Ware aufzubauen, stelle eine Herausforderung dar. Laut Schnorrbach wird vor allem der Anbau von Silomais für Biogasanlagen längerfristig Fläche zu Lasten der Sommergerste binden, und zwar landesweit zwischen 15 000 ha und 20 000 ha. Der Marktexperte betonte, es müssten größte Anstrengungen unternommen werden, damit die Braugerste in Rheinland-Pfalz nicht zur Nischenkultur werde. AgE (28.01.2010)
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