Ölsaatenmärkte vor längerer Baisse?
Gute Ernteaussichten in Brasilien drücken die Soja-Notierungen an den Terminbörsen - Private Schätzungen in dem südamerikanischen Land reichen bis zu 67 Millionen Tonnen Soja - Auch in den Nachbarländern Argentinien und Paraguay werden Rekordaufkommen erwartet - Im Sog dieser Vorgaben gaben die Rapspreise in Europa ebenfalls spürbar nach
WASHINGTON/CHICAGO/PARIS. An den Terminmärkten für Ölsaaten deuten die Wegweiser derzeit nach unten. Händler schließen nach dem jüngsten Einknicken der Kurse an der Welt-Leitbörse in Chicago eine weiter anhaltende Baissebewegung nicht aus. Aktuell sind es vor allem die sehr guten Ernteaussichten in Südamerika, die die Sojabohnennotierungen unter Druck setzen. Im Norden Brasiliens wurden bereits die ersten Bohnen eingebracht. Die Erträge haben die Erwartungen an die diesjährige brasilianische Sojabohnenerzeugung noch steigen lassen. Private Schätzungen reichen dort inzwischen bis zur Marke von 67 Mio t. Das US-Landwirtschaftsministerium hob in seinem Januar-Bericht die Schätzung für die Sojaproduktion Brasiliens um 2 Mio t auf 65 Mio t an. Im vergangenen Frühjahr hatten die brasilianischen Landwirte „nur“ 57,6 Mio t der Ölfrucht eingebracht. Den Anbau zur diesjährigen Ernte dehnten sie um schätzungsweise 5 % bis 7 % aus. Auch in Argentinien und Paraguay zeichnen sich nach den dürrebedingt schlechten Ergebnissen von 2009 dieses Jahr Spitzenernten ab: Das US-Agrarressort geht derzeit von einer Steigerung der argentinischen Sojaproduktion um 21 Mio t auf 53 Mio t und einer Zunahme des Aufkommens in Paraguay um 2,8 Mio t auf 6,7 Mio t aus. Allerdings ist die Schätzung für Argentinien im Unterschied zu der für Brasilien noch mit sehr großer Unsicherheit belastet, denn dort wurde gerade die Aussaat der Sojabohnen abgeschlossen. Sollten sich die Prognosen der Washingtoner Fachleute erfüllen, würden in Argentinien, Brasilien und Paraguay insgesamt fast 32 Mio t Sojabohnen mehr erzeugt als 2009. Dazu kommt noch die Rekordernte in den USA, die nach der endgültigen Schätzung des Ministeriums mit 91,5 Mio t um 10,7 Mio t höher ausgefallen ist als 2008.
(28.01.2010)
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