UFOP will Erntenachweis zur Nachhaltigkeit ein Jahr später
BERLIN. Die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (UFOP) hält eine Umsetzung der Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnungen zum 1. Juli 2010 für aussichtslos. Aufgrund des Zeitdrucks bei der noch ausstehenden Zertifizierung und wegen Unklarheiten plädiert die UFOP dafür, die Umsetzung auf den 4. Dezember 2010 und damit im Einklang mit den Vorgaben der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien in Angriff zu nehmen. Dies eröffne die Möglichkeit, die Sonderregelung für den Erntenachweis um ein Jahr zu verschieben, teilte die UFOP mit. Bisher ist die Ernte 2009 von den Vorgaben der Nachhaltigkeitsverordnungen verschont. Würde jetzt eine mehrmonatige Verschiebung beschlossen, wäre wohl auch die Ernte 2010 außen vor. Insbesondere der Agrarhandel hätte hierdurch die Möglichkeit, mit einem angemessenen Zeitvorlauf die Landwirte über die dann erforderliche Eigenerklärung zu informieren, argumentiert die UFOP. Bis heute seien nur ein vorläufig zugelassenes Zertifizierungssystem und nur wenige Kontrollstellen verfügbar, die den anstehenden Zertifizierungsaufwand nicht fristgerecht bewältigen könnten (vgl. LÄNDERBERICHTE 5 i.d.Ausg.). Die Branchenvertreter bei einem UFOP-Seminar, an dem vergangene Woche in Berlin mehr als 120 Vertreter aus Ölsaaten-, Biodiesel- und Ölindustrie teilnahmen, zeigten sich den Angaben zufolge verunsichert wegen der Disposition der kommenden Ernte. Sie befürchteten eine Behinderung der Warenströme, und zwar auf nationaler, EU- und globaler Ebene. Deutlich geworden sei auch, dass bei einigen Definitionen und Rechtsbegriffen nach wie vor Klärungsbedarf bestehe, unterstrich die UFOP. Dies betreffe ebenfalls die von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorgestellte EDV-gestützte Datenübermittlung auf einer Plattform im Internet. Gleichzeitig zollte UFOP den „außerordentlichen Bemühungen der BLE“ Respekt, möglichst schnell die Verwaltungsvoraussetzungen für die termingerechte Umsetzung der Biomasse-Nachhaltigkeitsverordnungen zu schaffen. AgE (29.01.2010)
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