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Landwirtschaftszählung 2010 beginnt

BERLIN. Dieses Jahr wird erstmals seit 1999 wieder eine sogenannte Landwirtschaftszählung in Deutschland durchgeführt. Hierzu erhielten alle Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe derzeit einen Fragebogen von der Statistikbehörde ihres Bundeslandes, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium am Montag vergangener Woche mit. Laut Agrarressort ist die Landwirtschaftszählung 2010 Teil des in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union durchgeführten Agrarzensus sowie der weltweiten Agrarzensus, die für dieses Jahr von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) vorgesehen worden sind. Wie in den Erhebungen der Zwischenjahre, gehe es auch in der Landwirtschaftszählung zunächst um Daten zu Bodennutzung, Viehhaltung, Beschäftigte, Pachtverhältnisse und weitere ökonomische Themen, erläuterte das Ministerium. Ein neuer Schwerpunkt der Fragen liege auf der Beziehung zwischen Landwirtschaft und Umwelt: Welche Leistungen erbringen Landwirte beispielsweise für den Erhalt der Kulturlandschaft? Dazu gebe es Fragen zur Anlage und zum Erhalt von Landschaftselementen wie Hecken und Steinmauern. Andere Fragen beträfen Angaben zur Bewässerung wie den Umfang bewässerter Flächen sowie Daten zum Umfang der Weidehaltung von Rindern und Schafen. Erstmals werde auch ermittelt, wie viele Landwirte Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien betreiben, teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium mit. Diese Daten dienten zusammen mit anderen Angaben - etwa zur Häufigkeit von Direktvermarktung und von Tourismusangeboten - dazu, besser darstellen zu können, in welchem Umfang Betriebe im Sinn einer multifunktionalen Landwirtschaft Leistungen zur Entwicklung ländlicher Räume erbringen würden.

Wertvolle Erkenntnisse für die EU-Kommission
Das Bundeslandwirtschaftsministerium wies außerdem darauf hin, dass die Ergebnisse der diesjährigen Landwirtschaftszählung ihm und der Europäischen Kommission wertvolle Erkenntnisse über die Struktur der deutschen und europäischen Landwirtschaft lieferten. Die EU-Kommission benötige belastbare und unabhängig gewonnene Daten sowohl zur Bewertung der bestehenden gemeinsamen Agrarpolitik, auf die mehr als 40 % des Haushaltes der Gemeinschaft entfielen, als auch für ihre Vorschläge zur Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik nach dem Jahr 2013. Umweltbezogene Daten würden etwa zur Bildung von Agrarumweltindikatoren benötigt; andere bildeten die Grundlage für die Berechnung der Emissionen von Klimagasen aus landwirtschaftlichen Quellen. Durch die Veröffentlichung zusammengefasster Ergebnisse kämen die Informationen auch der interessierten Öffentlichkeit und dem Berufsstand selbst zugute.

Soweit wie möglich Rückgriff auf Verwaltungsdaten

Das Bundeslandwirtschaftsministerium betonte, es würden bei der Landwirtschaftszählung 2010 soweit wie möglich Daten genutzt, die bei den Verwaltungen bereits vorlägen. Hierzu gehörten zum Beispiel die Daten zum Rinderbestand, die aus dem Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere (HIT) übernommen würden. Je nach Verfügbarkeit nutzten die statistischen Ämter der Länder weitere Daten der Agrarverwaltungen wie zum Beispiel aus dem Integrierten Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS). Außerdem würden die Erfassungsgrenzen ab dem Jahr 2010 deutlich angehoben: Nur Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von mindestens 5 ha seien auskunftspflichtig. Betriebe mit weniger als 5 ha würden nur erfasst, wenn sie bestimmte Tierbestände hätten oder Sonderkulturen anbauten. Ein Teil des Fragenkatalogs werde nur einer Stichprobe von Betrieben übermittelt. Die Statistischen Ämter werteten die Fragebögen aus. Dabei würden Einzelangaben nach den Bestimmungen des Bundesstatistikgesetzes geheim gehalten und ausschließlich für die in den Statistikgesetzen vorgesehenen Zwecke verwendet, hob das Bundeslandwirtschaftsministerium hervor. Das Statistische Bundesamt informiere im Internet ausführlich über Hintergründe, Aufbau und Themenbereiche der Landwirtschaftszählung. AgE (01.02.2010)

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