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Rheinische Rübenanbauer fuhren Rekordernte ein

(20.1.2010) Erst vor wenigen Tagen ist die Rübenkampagne 2009 zu Ende gegangen. Die an die drei rhei­nischen Zuckerfabriken Appeldorn, Euskirchen und Jülich gelieferten Rübenmengen über­raschten nicht nur die Verarbeiter, sondern auch die Landwirte. Wie der Geschäftsführer des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes (RRV), Dr. Peter Kasten, in einem Interview mit der in Bonn erscheinenden Landwirtschaftlichen Zeitschrift Rheinland erklärte, war das Rübenjahr 2009 ein Rekordjahr.

Die rheinischen Rübenanbauer hätten Erträge erzielt, die vor einigen Jahren unerreichbar erschienen. So wurden nach seinen den Angaben durchschnitt­lich 71,4 t/ha mit einem Zuckergehalt von 18,12 % geerntet. Das ergäbe einen Zuckerertrag von rund 13 t pro ha. Die Spitzenerträge hätten teilweise sogar über der magischen Grenze von über 100 t /ha und somit schon über dem erklärten Ziel von 15 t Zucker/ha gelegen. Ausschlaggebend für das gute Ergebnis sei die Witterung in 2009 gewesen, hob Dr. Kasten weiter hervor. Die Aussaat- und Wachstumsbedingungen wären Ende März und Anfang April optimal gewesen, eine sehr gute Jugendentwicklung und ein schneller Reihenschluss die Folge. „Hinzu kam eine ausgewogene Niederschlagsverteilung bis Mitte August. Auch der Witterungsverlauf bis in den November hinein bot überwiegend sehr günstige Wachstums­voraussetzungen“, so Dr. Kasten. Die vielen wüchsigen Tage im Herbst hätten zu sehr guter Qualität beigetragen. Darüber hinaus seien in diesem Jahr die Rüben weitestgehend von Blattkrankheiten verschont geblieben. Auch der außergewöhnlich strenge Winter hätte den zum Ende der Kampagne am Feldrand gelagerten Rüben nur wenig an­haben können. Dr. Kasten dazu: „Unsere Maßnahme in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 1 Mio. m² Rübenvlies auszugeben, mit dem insgesamt 400 000 bis 450 000 t Rüben abge­deckt werden können, hat sich bewährt. Und unserem Aufruf die Rübenmieten rechtzeitig abzudecken, sind nahezu alle Landwirte nachgekommen.“ Ohne Vlies und ohne die hohe Schlagkraft bei der Abdeckung wäre es nach seiner Auffassung zu hohen Qualitätseinbußen gekommen. So aber sei die Qualität der Rüben unter dem Vlies quasi eingefroren worden, bei der Verarbeitung seien keine Probleme entstanden. Schlimm wäre es für die Rüben gewe­sen, wenn sie wieder aufgetaut und einem ständigen Temperaturwechsel ausgesetzt worden wären.Bei aller Zufriedenheit mit den sehr guten Erträgen sähen die rheinischen Rübenbauern nach den Worten von Dr. Kasten die Rekordernte auch mit einer kleinen "Träne im Auge". Wenn überschüssiger Zucker nicht vollständig vermarktet werden könne - die Exportmöglichkeiten für Zucker aus der EU auf den Weltmarkt seien begrenzt -, müssten die verbleibenden Men­gen auf das nächste Anbaujahr vortragen und die Zuckerrübenanbaufläche im Erntejahr 2010 angemessen eingeschränkt werden. (04.02.2010)

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