Deutsche Landtechnikindustrie meldet kräftigen Umsatzrückgang
Dem Boomjahr 2008 folgte ein Erlösminus von einem Viertel im vergangenen Jahr - Besonders starke Einbußen im Export - Lieferungen nach Russland verringerten sich wertmäßig um mehr als 60 Prozent - Nachholbedarf in Osteuropa für das laufende Jahr erwartet - Dagegen ist auf den westeuropäischen Märkten noch keine Belebung absehbar
FRANKFURT. Nach dem Boomjahr 2008 hat die Landtechnikindustrie am Standort Deutschland im vergangenen Jahr einen empfindlichen Umsatzrückgang verkraften müssen. Wie der Fachverband Landtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) am vergangenen Donnerstag in Frankfurt mitteilte, verringerten sich die Umsätze insgesamt um ein Viertel auf rund 5,64 Mrd Euro, darunter die mit Landmaschinen um 23,9 % auf knapp 3,02 Mrd Euro und die mit Traktoren um 26,2 % auf etwa 2,62 Mrd Euro. Damit sei nach fünf Jahren die bisher stärkste Wachstumsphase in der Geschichte der Branche zu Ende gegangen, stellte der Fachverband fest. In den Jahren 2004 bis 2008 hatten die Hersteller aufgrund des hohen Investitionsbedarfs in Zentral- und Osteuropa sowie der allgemein günstigen Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft den Umsatz um insgesamt zwei Drittel auf 7,51 Mrd Euro steigern können. Ausbleibende Aufträge aus den osteuropäischen Märkten hätten maßgeblich zu den Umsatzrückgängen im vergangenen Jahr beigetragen, erklärte Gerd W i e s e n d o r f e r , Marktreferent beim Fachverband Landtechnik. „Mit dem Ergebnis von 2009 liegen wir jedoch nach wie vor auf dem guten Niveau der Jahre 2006 und 2007“, betonte Wiesendorfer. Auftragsüberhänge aus 2008 hätten noch zu einem konstanten Umsatz im ersten Quartal 2009 geführt. Die Neubestellungen seien jedoch bereits seit November 2008 rückläufig gewesen, so dass der Umsatz ab Frühjahr gesunken sei. Der Erlösrückgang habe sich von 15 % im ersten Halbjahr auf 38 % in der zweiten Jahreshälfte erhöht. Der Inlandsmarkt für Landmaschinen und Schlepper schrumpfte 2009 dem Fachverband zufolge - nach vorläufiger Schätzung der Importe - wertmäßig um 12 % auf 4,01 Mrd Euro, wobei der Umsatz mit Maschinen aus deutscher Produktion um 7,5 % auf 1,72 Mrd Euro zurückging. Der Export brach indes regelrecht ein: Gegenüber dem Rekordjahr 2008 sanken die Umsätze der deutschen Landtechnikindustrie im Ausland um 30,8 % auf 3,91 Mrd Euro.
(08.02.2010)
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