Zuckerexportkontingent noch nicht ausgeschöpft
BRÜSSEL. Die EU-Zuckerwirtschaft hat ihre kurzfristig zusätzlich eingeräumte Exportquote von 500 000 t bis Mitte Februar noch nicht ausgeschöpft. Das geht aus Zahlen der Europäischen Kommission hervor. Danach wurden bis zum 12. Februar Lizenzen für insgesamt 381 075 t Zucker beantragt. Die Quote war zu 80 % gefüllt. Für Händler gab es in der vergangenen Woche also weiterhin die Möglichkeit zur Ausfuhr. Die Kommission hatte das Exportkontingent Ende Januar auf Druck der Zuckerwirtschaft eröffnet. Eigentlich darf die EU gemäß ihren Verpflichtungen gegenüber der Welthandelsorganisation (WTO) pro Jahr maximal 1,37 Mio t Zucker in Drittländer exportieren. Aufgrund ungewöhnlich hoher Weltmarktpreise hält die Brüsseler Behörde den Schritt jedoch für gerechtfertigt - was Australien, Brasilien und Thailand jedoch nicht davon abgehalten hat, Anfang Februar vor der WTO lautstark zu protestieren. Portugal nimmt die Entscheidung derweil als Aufhänger, um bessere Importbedingungen für Rohzucker zu fordern. Die portugiesischen Raffinerien sind nämlich auf Rohrzucker insbesondere aus Südamerika spezialisiert. Während der Zuckerrübensektor seine Überschüsse jetzt vorteilhafter verkaufen könne, würden der Rohrzuckerverarbeitung nicht die notwendigen Konditionen eingeräumt, um ein normale Auslastung zu annehmbaren Preisen sicherzustellen, heißt es in einer Note Lissabons, die beim Agrarrat an diesem Montag zur Sprache kommt. Aufgrund der hohen Weltmarktpreise hätten sich traditionelle Zulieferer anderen Ländern als Absatzmärkte zugewandt; ferner könnten zollbegünstigte Entwicklungsländer nicht die erwarteten Mengen liefern. Diese Situation sei nicht akzeptabel. Deshalb fordert Portugal die Eröffnung eines zollfreien Importkontingents für Rohrzucker für das laufende Wirtschaftsjahr und darüber hinaus für Länder wie Brasilien, Kuba oder Indien die Möglichkeit, für die ersten drei Monate der nächsten Saison ebenfalls zollfrei Rohzucker in die EU zu liefern. AgE (22.02.2010)
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