Rumpf: Finanzmittel für den Agrarsektor besser begründen
KIEL. Eine rechtzeitige Diskussion über die Weichenstellungen für die europäische Agrarpolitik nach 2013 hat Schleswig-Holsteins Landwirtschaftsministerin Dr. Juliane R u m p f angemahnt. „Die neuen Herausforderungen an eine moderne und nachhaltige Agrarwirtschaft werden der Landwirtschaft zukünftig noch stärker als bisher eine strategische Schlüsselrolle in unserer Volkswirtschaft zukommen lassen“, sagte die Ministerin am vergangenen Freitag im Landtag in Kiel. Sie verwies dabei auf die Herausforderung der Welternährung, den Beitrag der Landwirtschaft zur Energieversorgung sowie den Erhalt der biologischen Vielfalt und der Kulturlandschaft. Rumpf bekräftigte ihre Forderung nach einem möglichst umfassenden Erhalt der Direktzahlungen an die Landwirte, die in Zukunft vermehrt Dienstleistungen für die Gesellschaft erbringen würden. Diese Dienstleistungen müssten dann fair entlohnt werden. Angesichts der Lage der öffentlichen Haushalte plädierte sie zugleich für eine bessere Begründung der finanziellen Unterstützung für den Agrarsektor und für eine Überarbeitung der bisherigen Kofinanzierungsregeln. Mit Nachdruck wandte sich die CDU-Politikerin gegen mehr staatliche Regulierung der landwirtschaftlichen Produktion, gegen eine einseitige Fokussierung auf den Ökolandbau sowie gegen eine Bemessung der finanziellen Unterstützung nach der Zahl der Arbeitskräfte, die ein landwirtschaftlicher Betrieb beschäftige. Schleswig-Holstein sei eine der am höchsten entwickelten und produktivsten Agrarregionen der EU. Die Landwirtschaft stelle im ländlichen Raum nach wie vor den wirtschaftlichen Kern dar. Zugleich sei sie aber einem enormen Anpassungsdruck durch internationale Märkte ausgesetzt. Es gelte daher, die europäische Agrarpolitik dementsprechend weiterzuentwickeln, erklärte Rumpf. Bis zur Agrarministerkonferenz im April in Plön müssten Bund und Länder „gemeinsam an Lösungen arbeiten, die in Deutschland und in der EU mehrheitsfähig sind“. AgE (01.03.2010)
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