Deutscher Agrarexport trotzt der Krise
Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft hat im vergangenen Jahr Waren im Wert von 47,2 Mrd.
Euro in alle Welt exportiert. Damit liegt Deutschland im weltweiten Vergleich hinter den USA und den
Niederlanden auf Platz 3 der größten Exportnationen, wie die German Export Association for Food and
Agriproducts (GEFA) mitteilt.
Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes ging der Exportwert im Krisenjahr 2009 nur um
4,8 Prozent zurück. Der Export von Agrarprodukten und Lebensmitteln war damit im Vergleich zu den
deutschen Gesamtexporten, die um 18 Prozent sanken, ausgesprochen stabil.
Fleisch und Fleischwaren ist die führende Warengruppe
im Export. Insgesamt exportierten
die deutschen Unternehmen dieses Sektors
Waren im Wert von 7,29 Mrd. Euro. Milch und
Molkereiprodukte wurden in 2009 im Wert von
6,1 Mrd. Euro exportiert.
Stärkste Warengruppen der Nahrungsmittel
pflanzlichen Ursprungs sind Backwaren und
andere Zubereitungen aus Getreide sowie Kakao
und Kakaoerzeugnisse. Insgesamt summieren sich alle Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs auf
22,3 Mrd. Euro, diese konnten sich dabei mit einem wertmäßigen Rückgang von fast 6% allerdings
nur knapp behaupten. Einen geringeren Rückgang von 1,8% auf 8,12 Mrd. Euro gab es bei Genussmitteln.
Starkes Wachstum der Ausfuhren lebender Tiere
Einen hohen wertmäßigen Zuwachs in Höhe von 19,5% zum Vorjahr auf 858 Mio. Euro verzeichnen
die Ausfuhren lebender Tiere. Verantwortlich dafür sind hohe Zuwächse bei der Ausfuhr von Schweinen
(+48%), bei Hausgeflügel (+25%) und bei Rindern (+12%).
Vier von fünf Erzeugnissen gehen in die EU
Die EU bleibt mit Abstand wichtigster Absatzmarkt für deutsche Agrarprodukte und Lebensmittel.
79,8% aller Ausfuhren gingen im vergangenen Jahr in diesen Wirtschaftsraum. Mit einem Rückgang
von 4,5% weisen die Ausfuhren dorthin einen leicht geringeren Rückgang als in die Drittländer (-6%)
auf.
Notwendigkeit konzertierter Exportförderung
Vor dem Hintergrund gesättigter Inlandsmärkte ist Wachstum für die deutschen Hersteller praktisch
nur noch im Ausland möglich. Um bei einem Anziehen der weltweiten Konjunktur die Chancen für die
deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft nutzen zu können, gilt es jetzt, den Aufbau der GEFA in
enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
(BMELV) voranzutreiben und wichtige Exportprojekte umzusetzen, so Dr. Franz-Georg von
Busse, Sprecher der GEFA. „Die laufenden Gespräche mit dem Ministerium zur finanziellen Strukturierung
der Exportförderung im Sinne von Public-Private-Partnership werden vom Geist einer konstruktiven
Zusammenarbeit getragen.“ Die GEFA hat aktuell für 2010 über 80 Exportprojekte geplant, die
aus eigenen Wirtschaftsmitteln und mit Unterstützung des BMELV umgesetzt werden sollen. (02.03.2010)
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