Deutscher Milchmarkt in Stichworten
BERLIN. Die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland haben sich zuletzt erneut uneinheitlich entwickelt. Wie die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen am vergangenen Freitag mitteilte, erhöhte sich das Rohstoffaufkommen zwischen Ems und Elbe in der Woche zum 21. Februar 2010 gegenüber der Vorwoche um 0,7 %; in Rheinland-Pfalz stieg die Liefermenge deutlich um 4,4 %. Aus Nordrhein-Westfalen wurde von der dortigen Landesvereinigung hingegen saisonal ein marginales Minus von 0,04 % gemeldet. Nach Darstellung des Verbandes der Milcherzeuger Bayerns (VMB) tendierten die Anlieferungsmengen im Freistaat zuletzt zwischen stagnierend und leicht steigend. In der Woche zum 14. Februar blieb die Liefermenge bundesweit insgesamt unverändert. Während in Ostdeutschland ein Plus von 0,6 % verzeichnet wurde, gab es im Westen einen leichten Rückgang um 0,2 %. Gemessen an der Menge in der Vorjahreswoche verringerte sich das Rohmilchaufkommen in Deutschland laut Angaben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen um 0,9 %. Dabei wurde die Vorjahreslinie im früheren Bundesgebiet um 1,1 % unterschritten; in den neuen Bundesländern fielen die Anlieferungen dagegen um 0,4 % niedriger aus.
Butterproduktion gedrosselt
Die meldepichtigen Betriebe in Deutschland drosselten die Butterherstellung in der Woche zum 14. Februar saisonal um insgesamt 0,6 %; die Vorjahresmenge wurde sogar um 11,4 % unterschritten. Wie der VMB berichtete, konnte in Bayern durch den starken Rückgang der Verkaufspreise im Februar die Butternachfrage stimuliert werden. Geformte Ware sei sehr rege geordert worden, und auch das Interesse an Blockbutter habe „ansprechende“ Tendenzen aufgewiesen, stellte der Verband fest. Die Preisentwicklung für geformte Ware und lose Butter verlief konträr: In Hannover wurde die Notierung für Deutsche Markenbutter im 250-g-Päckchen - bezogen auf ein Kilogramm - am vergangenen Mittwoch von zuvor 2,80 Euro bis 2,90 Euro auf 2,78 Euro bis 2,85 Euro zurückgenommen. Die Preisspanne für lose Ware wurde von der Notierungskommission in der niedersächsischen Hauptstadt dagegen von 2,78 Euro bis 2,85 Euro je Kilogramm auf 2,80 Euro bis 2,90 Euro angehoben. Die Butterbestände in der privaten Lagerhaltung in Deutschland verringerten sich in der Woche zum 26. Februar gemäß der Mitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gegenüber der Vorwoche um 771 t auf 4 868 t; das waren 2 103 t weniger als ein Jahr zuvor.
Magermilchpulver knapp
Die meldepichtigen Käsereien in Deutschland erhöhten ihre Produktion in der Woche zum 14. Februar saisonal um 5,7 %. Das Aufkommen der Vorjahreswoche wurde um 7,6 % übertroffen. Laut VMB hatte die Marktentwicklung von Käse vor und nach den Karnevalstagen insgesamt eine gute Position erreicht. Hartkäsesorten hätten zuletzt im Inland wie auch im Export relativ zügig vermarktet werden können. Auch Schnittkäse sei mengenmäßig zügig geordert worden, so der Verband. Der Verkauf von Weichkäse habe sich angesichts des noch immer winterlichen Wetters ebenfalls als sehr gefestigt gezeigt. Das Marktgeschehen bei Magermilchpulver war in der Berichtswoche von knapper Verfügbarkeit geprägt. Während in gewissem Umfang kurzfristige Anfragen eingingen, stand Marktteilnehmern zufolge kaum Ware zur Verfügung, da die Mengen aus der laufenden Produktion bereits im Vorfeld kontrahiert worden waren. Daher wurden weiterhin vor allem bestehende Kontrakte bedient. Bei neuen kurzfristigen Abschlüssen für Ware in Futter- wie auch in Lebensmittelqualität wurden höhere Preise gefordert und auch erzielt. Die meldepflichtigen Betriebe schränkten bundesweit die Trocknung in der zweiten Februarwoche saisonal um 9,5 % ein. Die Vorjahresmenge wurde kräftig unterschritten, und zwar um 32,2 %. Die Preisspanne für Magermilchpulver in Futtermittelqualität wurde in Kempten pro Kilogramm von 1,77 Euro bis 1,80 Euro auf 1,85 Euro bis 1,90 Euro angehoben. Heraufgesetzt wurde auch die untere Preisgrenze für Lebensmittelware, und zwar um 0,10 Euro auf 1,96 Euro. AgE
(03.03.2010)
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