Deutschland: Quotenausnutzung leicht gestiegen
Die Quotenausnutzung in Deutschland hat sich bei der Betrachtung bis Ende Januar leicht erhöht. Nach
jüngsten Hochrechnungen von ZMB und AMI wurden die anteiligen Quoten im Zeitraum April 2009 bis Januar
2010 zu 99,2 % ausgenutzt. Ob das Quotenjahr mit einer Unterlieferung oder einer Überlieferung endet, ist
damit noch nicht entschieden, zumal es sich teilweise um vorläufige Daten handelt. Die Quotenausnutzung ist
nicht weit von der Hundert -Prozent-Marke entfernt und nach den Erfahrungen aus den Vorjahren birgt das
statistische Material in gewissem Umfang Unsicherheiten, die noch Änderungen nach oben oder unten
verursachen könnten. Die Quotenerhöhung um 1 %, deren Zuteilung der Bundesrat am 12.02.2010
zugestimmt hat, war in den Berechnungen bereits seit Beginn des Quotenjahres berücksichtigt, so dass sich
die Quotenschätzung durch diesen Beschluss nicht ändert.
Seit Mitte des laufenden Quotenjahres haben die expansiven Tendenzen bei der Milchanlieferung aber
erkennbar nachgelassen. Damit ist die Quotenausnutzung in den letzten Monaten nicht in dem Maß
angestiegen, wie es noch am Ende des Sommers als wahrscheinlich erschien. Die Gefahr, dass es zu einer
Überlieferung und damit zu Superabgaben kommt, ist geringer geworden. Seit September sind die Zuwächse
beim Milchaufkommen im Vergleich zum Vorjahr und auch im Vergleich zum Jahr 2007/08 deutlich geringer
geworden, nachdem sie bis einschließlich August 2009, auch wenn sie um den Effekt des Milchlieferboykotts
im Frühjahr 2008 bereinigt wurden, gestiegen waren. Im Januar 2010 lag die angelieferte Milchmenge nach
bislang vorliegenden Daten um lediglich 0,8 % über dem Vorjahresniveau. Dies war vermutlich eine Folge der
ungewöhnlichen Witterung. Diese hat gleichzeitig zu dem deutlichen Anstieg des Fettgehaltes auf 4,31 %
geführt. Die Fettkorrektur wirkt sich aber seit April 2009 nicht mehr so stark auf die Quotenausnutzung aus wie
in
den Vorjahren, da der Korrekturfaktor für Fettgehalte, die über dem Referenzfettgehalt liegen, halbiert worden
ist. Für Unterschreitungen des Referenzfettgehaltes ist er hingegen unverändert geblieben. Diese Änderungen
des Quotenrechts reduziert die Fettkorrektur deutlich. Sie erschwert aber die Prognose der Fettkorrektur, da
das Verhältnis von Über- und Unterschreitungen der Referenzfettgehalte nicht bekannt ist.
Auf EU-Ebene ist auch für 2009/10 eine deutliche Unterlieferung der Gesamtheit der Quoten zu erwarten, die
die Unterlieferung des Vorjahres um 4,2 % voraussichtlich noch übertreffen wird. Nur in einzelnen EU-Ländern
zeichnen sich Überlieferungen ab, darunter in den Niederlanden und Dänemark. Selbst in Italien, das
allerdings ab 2009/10 eine Quotenerhöhung um 5 % erhalten hat, könnte es zu einer Unterlieferung kommen. (08.03.2010)
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