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Deutscher Milchmarkt in Stichworten

BONN. Die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland haben sich in der letzten Februarwoche uneinheitlich entwickelt, dürften insgesamt aber saisonal weiter gestiegen sein. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen meldete eine Zunahme des Milchaufkommens im Vergleich zur Vorwoche um 2,9 %. Die Rohstofflieferungen in Niedersachsen wurden laut Angaben der dortigen Landesvereinigung ebenfalls saisonal ausgeweitet, und zwar um 0,9 %. In Rheinland-Pfalz verringerte sich das Aufkommen in der Berichtswoche hingegen um 0,2 %. Das entsprechende Vorjahresniveau wurde in Nordrhein-Westfalen um 5,9 % übertroffen, während in Niedersachsen ein Minus von 1,2 % verzeichnet wurde. Marktbeobachter in Bayern berichteten von regional sehr unterschiedlichen Entwicklungen; die abgelieferten Milchmengen hätten - je nach Gebiet - teilweise leicht über oder unter den Vorjahreswerten gelegen. In der Woche zum 21. Februar waren die Milchanlieferungen bundesweit um insgesamt 0,9 % gestiegen, dabei in Westdeutschland um den gleichen Prozentsatz und in den neuen Bundesländern um 0,8 %. Die Liefermenge auf Bundesebene entsprach damit dem Niveau der vergleichbaren Woche von 2009; allerdings fiel das Aufkommen im Jahresvergleich in Ostdeutschland um 1,2 % höher aus, während es im Westen um 0,3 % zurückging.

Deutlich weniger Butter in der privaten Lagerhaltung
Die Butterherstellung wurde durch die meldepflichtigen Betriebe der Bundesrepublik in der Woche zum 21. Februar saisonal um 7,3 % ausgeweitet; die Vorjahresmenge wurde allerdings um 7,4 % unterschritten. Wie der Verband der Milcherzeuger Bayerns (VMB) zur aktuellen Entwicklung des Buttermarktes berichtete, zeigten sich die Vermarktungsmöglichkeiten für abgepackte Ware zuletzt leicht eingeschränkt. Die Preise seien größtenteils aus den Vormonaten übernommen worden und hätten eine stabile Tendenz aufgewiesen. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse berichtete von einem großen Angebot an Blockbutter und einem verhaltenen Abruf geformter Ware. Die Notierungen wurden am 3. März nicht geändert: Lose Ware kostete zwischen 2,75 Euro/kg und 3,00 Euro/kg, geformte Markenbutter zwischen 2,75 Euro/kg und 3,00 Euro/kg. In Hannover wurde die untere Preisgrenze für geformte Butter um 2 Cent/kg angehoben, wobei die Erlösspanne bei 2,80 Euro bis 2,85 Euro pro Kilogramm lag. Die Notierung für lose Ware wurde demgegenüber mit 2,80 Euro/kg bis 2,90 Euro/kg unverändert belassen. Laut Mitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) befanden sich am 28. Februar in Deutschland insgesamt 3 575 t Butter in der privaten Lagerhaltung; das waren 1 293 t weniger als eine Woche zuvor. Gegenüber dem Vorjahrestermin verringerte sich die Menge um 4 421 t.

Tilsiter sehr gut gefragt
Von den meldepflichtigen Käsereien in Deutschland wurde die Produktion in der Woche zum 28. Februar saisonal um 0,5 % eingeschränkt; gegenüber der Vergleichswoche von 2009 ergab sich ein Plus von 7,2 %. Nach Darstellung des VMB stellten sich die Handelsgeschäfte im Hartkäsesegment Anfang März etwas differenzierter dar. Während sich die Absatzmengen auf dem Inlandsmarkt für Block-, Stück- und Ware für die weiterverarbeitende Industrie sehr freundlich hätten etablieren können, sei für den Export etwas leichter geordert worden. Das Schnittkäsegeschäft habe sich - gemessen an der Jahreszeit - nach wie vor von einer sehr freundlichen Seite gezeigt, während die Verkaufsposition von Weichkäse eine für die Saison ansprechende Größenordung erreicht habe, so der VMB. Die Börse in Kempten berichtete von einer je nach Segment normalen oder guten Nachfrage. Tilsiter sei sehr gut nachgefragt worden. Beim Magermilchpulver setzen sich Markteilnehmern zufolge die Tendenzen der vergangenen Wochen fort. Es wurde von einer guten Auftragslage gesprochen. Hinzu kommt, dass sich die Produktion zuletzt weiter rückläufig entwickelt hat: In der Woche zum 21. Februar drosselten die meldepflichtigen Molkereien in Deutschland die Trocknung saisonal um 3,0 %; die Vorjahresmenge wurde um fast ein Drittel unterschritten. Entsprechend knapp fiel das Angebot für kurzfristige Lieferungen aus. Die amtlichen Notierungen für Magermilchpulver in Futter- und Lebensmittelqualität wurden am vergangenen Mittwoch am oberen Ende der Spanne um 1 Cent/kg beziehungsweise 2 Cent/kg angehoben. AgE (09.03.2010)

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