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Vogelsänger: Bei den Milchpreisen ist die Talsohle noch nicht durchschritten

DAHLEWITZ. Für die deutschen Milcherzeuger könnte das laufende Jahr nach Einschätzung des brandenburgischen Landwirtschaftsministers Jörg Vogelsänger „aus wirtschaftlicher Sicht ähnlich schwierig werden wie das abgelaufene“. 2009 seien die niedrigsten Milchpreise seit 20 Jahren ausgezahlt worden und die Branche habe die „bislang heftigste Krise seit Bestehen der EU-Milchmarktordnung“ erlebt, erklärte Vogelsänger auf der Generalversammlung des Landeskontrollverbandes (LKV) Brandenburg, die am vergangenen Mittwoch in Dahlewitz stattfand. Nach Einschätzung des Ressortchefs ist die „Talsohle“ in dieser wirtschaftlich äußerst angespannten Situation zwar erreicht, aber noch lange nicht durchschritten. Ein starker und stabiler Aufwärtstrend der Erzeugerpreise in den kommenden Monaten sei wenig wahrscheinlich, betonte der Minister. Mittelfristig sähen Marktexperten jedoch Anzeichen für eine Erholung des Milchpreises. Den Prognosen zufolge werde die weltweite Nachfrage nach Milcherzeugnissen stärker wachsen als die globale Produktion, was steigende Weltmarktpreise für Milch und Milcherzeugnisse zur Folge hätte. Jedoch würden die Landwirte auch in Zukunft damit leben müssen, dass die starken Preisschwankungen der jüngsten Zeit den Milchmarkt weiter begleiteten, unterstrich Vogelsänger. Was die Abschaffung der Milchquotenregelung betreffe, gebe es „keine realistische Alternative“. Die Milchwirtschaft sei gut beraten, sich auf ein Quotenende im Jahr 2015 vorzubereiten.

Einführung der genomischen Zuchtwertschätzung
Der Minister sieht die Brandenburger Milcherzeuger angesichts guter Leistungsergebnisse und aufgrund von Bestandszahlen weit über dem Bundesdurchschnitt „gut aufgestellt“. Dabei trügen der Landeskontrollverband (LKV) und der Rinderzuchtverband Berlin-Brandenburg als Dienstleister für die heimischen Milcherzeuger eine hohe Verantwortung. Weil die Fördermittel für die Durchführung der LKV-Milchleistungsprüfung in diesem Jahr bereits Ende 2009 bewilligt worden seien, könne die Kontinuität bei der Durchführung der Prüfung gewahrt werden. Darüber hinaus habe das Land auch für die Förderung der Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung nach der Tierzuchtrichtlinie die erforderlichen finanziellen Mittel im Entwurf der Haushaltsplanung 2010 berücksichtigt, unterstrich Vogelsänger. Ferner unterstütze sein Ressort im Rahmen von Projektförderungen die Einführung der genomischen Zuchtwertschätzung als „völlig neues Element in der Milchrindzucht“. Viehzüchter könnten ihre Tiere typisieren und genomische Zuchtwerte errechnen lassen. Auf dieser Weise erhielten sie vor allem bei jüngeren Tieren zuverlässigere Angaben zum Vererbungspotential, als das bisher mit den traditionellen Zuchtwerten der Fall sei. AgE (12.03.2010)

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