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Mäster in der EU setzen auf höhere Schlachtschweinepreise

TIELT/DAMME. Die Schweinemäster in wichtigen Produktionsländern schauen derzeit wieder optimistischer in die Zukunft. Aktuelle EU-Prognosen ließen für das zweite Halbjahr durchaus „Gutes“ hoffen, erklärte die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) vergangene Woche in einer Presseverlautbarung zum „Vierländertreffen“, das am 24. Februar im belgischen Tielt stattgefunden hatte. Dabei seien sich die Teilnehmer nach eingehender Marktanalyse einig gewesen, dass die Überschreitung eines Schweinepreises von 1,50 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG) im September realistisch sei. Damit verbunden werde auch mit einem Ferkelpreis von 50 Euro gerechnet. Der Präsident des niederländischen Fachverbandes der Schweineproduzenten (NVV), Wyno Zwanenburg, berichtete laut ISN über die Zunahme des Exports niederländischer Schlachtschweine. Dieser Anstieg betreffe nicht nur die Lieferungen nach Deutschland, sondern auch nach Ungarn und Polen. Außerdem seien die niederländischen Importe von dänischen Ferkeln im ersten Halbjahr 2009 deutlich gewachsen, so Zwanenburg. Laut Hans Aarestrup, Geschäftsführer der Danske Svineproducenter (LaDS), sind die Kaufpreise für Schweineställe und Boden in Dänemark deutlich gesunken. Dennoch werde nur wenig verkauft. Die Preise für Ferkel seien gestiegen, da sie teurer nach Deutschland verkauft werden könnten. Die dänischen Mäster könnten die höheren Ferkelpreise aufgrund der geringeren Schlachtschweinepreise jedoch nur schwer bezahlen, erklärte Aarestrup.

Manipulierter Markt zu Lasten der Familienbetriebe?
Marianne Vandenberghe von der belgischen Vereinigung der Schweinehalter (VEVA) stellte erneut das aktuelle Verfahren der Preisbildung am Schweinemarkt in Frage. Der Markt sei manipuliert, und der Strukturwandel vollziehe sich gerade auf Kosten der Familienbetriebe, so ihre Feststellung. Ludo Dobbels, ebenfalls von der VEVA, forderte vor diesem Hintergrund ein kritisches Hinterfragen der Preisbildung in den Ländern, aus denen Vertreter zum „Vierländertreffen“ gekommen waren. Einer europäischen Schweinemarktordnung oder einer Quote erteilten der ISN zufolge Dänen, Niederländer und Deutsche in der Diskussion jedoch eine Absage. Dies konserviere nur nicht wettbewerbsfähige Verhältnisse; lediglich der freie Markt schaffe optimale Strukturen, betonte ISN-Vorstandsmitglied Christian Schulze - Bremer. Er beklagte die „Verordnungsflut“ in Deutschland und nannte den Ammoniakleitfaden, die Ausführungshinweise zur Schweinehaltungsverordnung, neue Richtlinien des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und das privilegierte Bauen im Außenbereich. Darüber hinaus seien in Deutschland Tendenzen zu erkennen, neue Standorte für Schweineställe in Bebauungsplänen einzugrenzen, so Schulze-Bremer. Mit ähnlichen Auflagen haben jedoch auch die niederländischen und dänischen Schweinehalter zu kämpfen, wie Zwanenburg und Aarestrup berichteten. Die niederländischen Schweinehalter sollten ihre Ställe in bestimmten Regionen ansiedeln. In Dänemark würden Genehmigungen für Ställe lediglich für acht Jahre erteilt. Danach müsse eine Verlängerung beantragt und der Stall vor der weiteren Nutzung auf den neuesten technischen Stand aufgerüstet werden. AgE (12.03.2010)

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