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Deutscher Milchmarkt in Stichworten

BONN. Die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland dürften während der Woche zum 25. Juli 2010 - dem jahreszeitlich üblichen Trend folgend - etwas zurückgegangen sein. Allerdings fiel die Entwicklung regional sehr unterschiedlich aus. Das Rohstoffaufkommen in Nordrhein-Westfalen erhöhte sich laut Angaben der dortigen Landesvereinigung der Milchwirtschaft gegenüber der Vorwoche um 1,8 %; das Niveau der Vorjahreswoche wurde um 7,5 % überschritten. In Niedersachsen stieg die angediente Milchmenge in der Berichtsperiode saisonal um 2,4 %; im Jahresvergleich ergab sich dort ein Plus von 5,3 %. Aus Rheinland-Pfalz meldete die Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft gegenüber der Vorwoche hingegen ein Minus von 22,5 %. Dort hatte sich eine Woche zuvor - völlig untypisch für die Saison - die Milchmenge um fast 30 % erhöht, offenbar ausgelöst durch einen Wetterumschwung nach den zuvor hochsommerlichen Temperaturen. Laut Darstellung des Verbandes der Milcherzeuger Bayern (VMB) deutete die Milchanlieferungsmenge im Freistaat weiterhin auf eine saisonal stark gedrosselte Milcherzeugung hin. Allerdings lag das Aufkommen noch knapp über dem Vorjahresniveau. Bundesweit hatte sich die Liefermenge in der Woche zum 18. Juli um 2,4 % verringert. Während in Westdeutschland dabei ein Minus von 1,7 % verzeichnet wurde, sank das Milchaufkommen im Osten um 4,8 %. Gemessen am Aufkommen in der Vorjahreswoche wurden laut Angaben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen bundesweit 0,7 % mehr Milch angedient. Dabei wurde die Vorjahreslinie in den alten Bundesländern um 1,6 % überschritten; in Ostdeutschland wurden hingegen 2,5 % weniger angeliefert als ein Jahr zuvor.

Butterproduktion zurückgefahren
Die Butterproduktion wurde von den meldenden Betrieben in der Bundesrepublik während der Woche zum 18. Juli saisonal um 7,5 % zurückgefahren; gegenüber der Vorjahreswoche verringerte sich die hergestellte Menge um 0,1 %. Wie der VMB berichtete, wurden vom Handel ferienbedingt die Buttermengen etwas bedächtiger geordert. Generell zeigte aber das Kaufinteresse bei Milchfett - vor allem in flüssiger Form - einen für die Jahreszeit sehr guten Bedarf an. Dementsprechend konnte sich das Preisniveau bei Stückware wie auch von Waren im Flüssigfettbereich auf einem guten Stand festigen. An der Börse in Kempten wurde am vergangenen Mittwoch die Preisspanne für lose Butter pro Kilogramm auf 3,60 Euro bis 3,80 Euro abgesenkt; die Notierung für geformte Ware blieb hingegen sowohl in Kempten als auch in Hannover unverändert. Aus Niedersachsen wurde zuletzt eine anhaltend rückläufige Butterproduktion gemeldet. Die Butterbestände in der privaten Lagerhaltung in Deutschland erhöhten sich in der Woche zum 25. Juli gemäß den Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) saisonal um 1 012 t auf 14 465 t; das waren 21 583 t weniger als ein Jahr zuvor. Die Vorratsmenge in der staatlichen Intervention belief sich auf 52 208 t.

Saisonal weniger Käse produziert
Die meldepichtigen Käsereien Deutschlands schränkten ihre Produktion in der Woche zum 18. Juli saisonal um 2,2 % ein; das Aufkommen der Vorjahreswoche wurde aber um 2,4 % übertroffen. Laut VMB machte sich am Käsemarkt die Feriensaison bemerkbar, wobei das Geschäft insgesamt in ruhigeren Bahnen verlief und die Preise - bei stabiler Tendenz - keine große Bewegung zeigten. An der Börse in Kempten blieben daher auch die Notierungen für Allgäuer Emmentaler, Edamer, Gouda und Tilsiter unverändert; bei allen Käsesorten wurde ein normaler saisonaler Absatz verzeichnet. Aus Niedersachsen wurde eine rückläufige Käseerzeugung gemeldet, die sich durch alle Produktionsschienen zog.

Magermilchpulver günstiger
Uneinheitliche Preissignale kamen zuletzt vom deutschen Pulvermarkt. So wurde der obere Wert der Preisspanne für Magermilchpulver in Futtermittelqualität in Kempten um 3 Cent auf 2,02 Euro/kg herabgesetzt. Das Preisfenster für Lebensmittelware wurde ebenfalls nach unten angepasst, und zwar pro Kilogramm um 2 Cent auf 2,18 Euro bis 2,38 Euro. Die Notierung für Süßmolkenpulver in Lebensmittelqualität wurde hingegen um 2 Cent/kg angehoben und lag bei 0,56 Euro/kg bis 0,60 Euro/kg. Das Preisband für Vollmilchpulver blieb unverändert. Die Erzeugung von Magermilchpulver war laut Angaben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen in der Woche zum 18. Juli bundesweit saisonal um 16,0 % eingeschränkt worden; die Produktionsmenge der entsprechenden Vorjahreswoche wurde sogar um 30,5 % unterschritten. AgE (04.08.2010)

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