Agrarressort: Getreidemarktlage nicht mit 2007/08 vergleichbar
BERLIN. Trotz der Preisexplosion an den Börsen hält das Bundeslandwirtschaftsministerium die aktuelle Lage an den Getreidemärkten nicht mit der Lebensmittelkrise 2007/08 für vergleichbar. Wie das Ministerium in einem Lagebericht betont, fielen damals eine geringe Produktion und ein Nachfrageboom vor allem seitens Schwellenländern mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und einer höheren Nachfrage nach Agrarrohstoffen auf dem Weltmarkt zusammen. Für die Verbraucher in Europa und in Deutschland bestehe kein Anlass zur Sorge. Versorgungsengpässe werde es nicht geben. Das Ministerium erinnert daran, dass sich die Brotgetreidepreise nach der Ernte 2007 zeitweise nahezu verdoppelt hätten. Die heutigen Brotgetreidepreise lägen nach dem Preisrückgang ab Mitte 2008 weit unter den seinerzeitigen Spitzenwerten. Hinzu komme, dass die Getreidelager nach der Rekordernte 2009 weltweit gut gefüllt seien. Das entschärfe die Situation. Was die Ernteaussichten angeht, ist es dem Ministerium zufolge für eine echte Ertragsprognose noch zu früh. In Europa sei das Bild bislang gemischt. Die Entwicklung des deutschen und des französischen Getreidemarktes rechtfertigten die derzeitige Stimmung an den Börsen nicht. Nach Informationen von Marktbeteiligten werde derzeit in Frankreich eher eine mittlere und in Deutschland eine leicht unter dem Durchschnitt liegende Getreideernte erwartet. AgE (11.08.2010)
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