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Ernteschätzung: Getreide 43,7 Mio. t - 12 %, Raps - 11 %

DRV: Futtergetreide wird in der EU nicht knapp

 Tabellen        

Berlin. Die aktuelle Ernteschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) weist eine im Vergleich zum Vorjahr lediglich 12 Prozent geringere Getreideernte von 43,7 Mio. t aus. Angesichts der Hitzewelle im Juli wurden zeitweise erheblich höhere Ertragseinbußen befürchtet.

Bei weitgehend abgeschlossener Gerstenernte mit befriedigenden Erträgen und guten Qualitäten fallen die bisherigen Druschergebnisse bei Weizen, Roggen, Triticale und Sommergerste qualitativ und quantitativ äußerst heterogen aus. Der DRV erwartet mit durchschnittlich 6,6 t/ha etwa 8 Prozent niedrigere Erträge und insgesamt eine Erntemenge von 43,7 Mio. t Getreide. Das Ergebnis des Vorjahres (49,7 Mio. t) wird um 12 Prozent oder 6 Mio. t verfehlt. Der Getreidebedarf in Deutschland wird auf etwa 40 Mio. t veranschlagt und ist damit mehr als gedeckt.

Auch die Rapserträge und Qualitäten werden vom DRV schlechter beurteilt als im Vorjahr. Erwartet wird ein Durchschnittsertrag von 3,8 t/ha. Dies wären im Vergleich zu den Rekorderträgen 2009 knapp 12 Prozent weniger je Hektar Anbaufläche. Die Erträge liegen damit etwa auf dem durchschnittlichen Fünfjahresniveau, allerdings sind dieses Jahr etwas geringere Ölgehalte festzustellen. Der DRV errechnet für Deutschland eine Rapsernte von 5,6 Mio. t. Im Vorjahr wurden mit 6,3 Mio. t bundesweit rund 11 Prozent mehr geerntet.

Neben den turbulenten Preisentwicklungen strapaziert das zuletzt sehr unbeständige Sommerwetter mit heftigen Niederschlägen die Nerven im Getreidehandel erheblich. Der DRV befürchtet qualitative Beeinträchtigungen, sollte die feuchtwarme Witterung anhalten und den Fortgang der Ernte weiter verzögern. Insbesondere bei Weizen sind regional eine Schädigung der Backqualität und entsprechende Abwertungen zum Futtergetreide nicht auszuschließen. Die Versorgung der Mühlen in Deutschland ist auf jeden Fall gesichert, lediglich für den Export steht nicht so viel hochwertiger Weizen zur Verfügung wie im Vorjahr.

Der DRV erteilt Forderungen der europäischen Mischfutterhersteller nach kurzfristigen Verkäufen von Gerste aus Interventionsbeständen eine klare Absage. Bevor eine solche Entscheidung getroffen wird, sollten solide Zahlen zur Erntesituation aus den anderen EU-Mitglied-staaten abgewartet werden. „Bislang zeigen die fundamentalen Daten keine Knappheit an Futtergetreide. Kurzfristige administrative Markteingriffe würden nur weitere unkalkulierbare Preisverwerfungen auslösen“, stellt Dr. Henning Ehlers vom Deutschen Raiffeisenverband fest. (11.08.2010)

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