Deutscher Milchmarkt in Stichworten
BONN. Nachdem sich die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland nach der großen Hitzewelle Mitte Juli entgegen dem saisonalen Verlauf etwas erhöht hatten, dürfte das Aufkommen gegen Ende des Monats wieder leicht zurückgegangen sein. Laut Angaben der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen nahm das Rohstoffaufkommen in dem Bundesland während der Woche zum 1. August 2010 gegenüber der Vorwoche um 0,9 % ab; in Rheinland-Pfalz verringerte sich die Liefermenge um 0,7 %. Ein saisonales Plus um 2,9 % wurde hingegen von der Landesvereinigung in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Der Verband der Milcherzeuger Bayerns (VMB) berichtete, dass sich die Milcherzeugung im Freistaat aufgrund eines leichten Temperaturrückganges wieder geringfügig erholen konnte. In der Woche zum 25. Juli war das von den Molkereien erfasste Milchaufkommen bundesweit um 1,6 % gestiegen, wobei die Liefermenge in Ostdeutschland saisonal um 4,3 % und in den alten Ländern um 0,9 % gesteigert wurde. Das deutschlandweite Anlieferungsvolumen lag um 2,1 % über dem Niveau der vergleichbaren Woche von 2009. Ausschlaggebend dafür war die Entwicklung im Westen, wo die Vorjahresmenge um 2,7 % übertroffen wurde. In Ostdeutschland blieb das Aufkommen hingegen unverändert. Die Milchanlieferungen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen übertrafen das vergleichbare Volumen von 2009 um 2,4 % beziehungsweise 8,3 %.
Bedarf an Milchfett ausreichend gedeckt
Die Butterproduktion wurde von den meldenden Betrieben in der Bundesrepublik während der Woche zum 25. Juli saisonal um 3,3 % ausgedehnt; im Vergleich zur entsprechenden Vorjahreswoche stieg die Herstellung um den gleichen Prozentsatz. Laut VMB konnte der Bedarf an Milchfett ausreichend gedeckt werden, nachdem die Nachfrage nach Stück- und Blockware aufgrund der begonnenen Sommerferien im Freistaat etwas normaler verlief. Die Preise blieben trotz der neuesten Abschlüsse fest. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse berichtete ebenfalls von einem saisonüblichen Verlauf am Buttermarkt. Die Notierungen wurden in Kempten erneut nicht geändert: Lose Ware kostete gemäß der Preisfeststellung am 4. August weiterhin zwischen 3,60 Euro/kg und 3,80 Euro/kg, geformte Markenbutter zwischen 3,84 Euro/kg und 3,90 Euro/kg. In Hannover wurden die amtlich ausgewiesenen Erlöse für lose Butter leicht zurückgenommen und reichten von 3,65 Euro/kg bis 3,78 Euro/kg; die Preisspanne für geformte Ware blieb unverändert bei 3,85 Euro/kg bis 3,90 Euro/kg. Berichtet wurde in der niedersächsischen Hauptstadt von einer schwachen Nachfrage bei Stückware und einem leicht verbesserten Absatz bei Blockbutter. Laut Mitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) befanden sich am 1. August in Deutschland insgesamt 15 168 t Butter in der privaten Lagerhaltung; das waren 712 t mehr als eine Woche zuvor und 21441 t weniger als vor Jahresfrist.
Käsenotierungen unverändert
Die meldepflichtigen deutschen Käsereien erhöhten ihre Produktion in der Woche zum 25. Juli bundesweit saisonal um 1,0 %; das Aufkommen der Vorjahreswoche wurde um 11,0 % übertroffen. Der Käsebörse in Kempten zufolge wurde Emmentaler stärker nachgefragt. Weichkäse gingen mit normalen Mengen in den Markt, und auch der Schnittkäseabsatz im Inland belebte sich. Im Hartkäsesegment konnten nach Darstellung des VMB die Erzeugnisse relativ zügig vermarktet werden. Auch das Auslandsgeschäft konnte mit guten Zahlen aufwarten. Die Preise blieben allerdings auf ähnlicher Höhe wie in den Vorwochen. Schnittkäse wurde laut VMB im Inland relativ gut abgerufen, insbesondere die Edamersorten. Auch im Ausland wurden erhebliche Mengen an Schnittkäse geordert. Das Preisniveau konnte sich festigen, blieb aber tendenziell in einer Seitwärtsbewegung. Der Handel mit Weichkäse verlief bei sommerlichen Temperaturen eher normal bis ruhig. An der Süddeutschen Butter- und Käsebörse blieben sämtliche Käsenotierungen unverändert.
Wenig Magermilchpulver getrocknet
Ruhig präsentiere sich zuletzt der deutsche Milchpulvermarkt. Die Trocknung von Magermilch bewegte sich weiter auf niedrigem Niveau, da bevorzugt Konzentrat verkauft wurde, so dass kein Angebotsdruck bestand. Die Preise am Weltmarkt sind in den letzten Wochen gesunken. Für die EU-Exporteure war allerdings der starke Euro ungünstig. Während die Notierung für Magermilchpulver in Futtermittelqualität unverändert blieb, wurde bei Lebensmittelware der obere Wert der Preisspanne um 3 Cent/kg auf 2,18 Euro/kg bis 2,35 Euro/kg zurückgenommen. Vollmilchpulver tendierte ebenfalls leichter und lag bei 2,78 Euro/kg bis 2,88 Euro/kg. Das Preisband für Süßmolkenpulver wurde auf 0,58 Euro/kg bis 0,63 Euro/kg angehoben. Die Molkereien führten die Herstellung von Magermilchpulver in der Woche zum 25. Juli saisonal kräftig zurück, nämlich um 14,8 %; die Vergleichsmenge von 2009 wurde sogar um 29,9 % unterschritten. Die staatlichen Marktordnungsbestände beliefen sich in Deutschland am 1. August auf 63 775 t; das waren 9 447 t mehr als vor Jahresfrist. AgE
(13.08.2010)
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