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Deutsche Holsteins weltweit stark nachgefragt

BONN. Die weltweite Nachfrage nach Zuchtrindern der Rasse Deutsche Holsteins ist weiterhin ungebrochen. Das zeigen laut Angaben des Deutschen Holstein Verbandes (DHV) die Exportzahlen aus dem ersten Halbjahr 2010. Demnach wurden von Januar bis Juni insgesamt 42 212 Holstein-Rinder in 31 Länder geliefert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einer Steigerung um rund 35 %. Im Jahr 2008, als die Auswirkungen der Blauzungenkrankheit (BT) den Zuchtviehmarkt negativ beeinträchtigt hatten, betrug die Zahl der exportierten Holsteinrinder im ersten Halbjahr nur etwa 24 000 Tiere. Zudem übertreffen die aktuellen Halbjahreszahlen den vergleichbaren fünfjährigen Mittelwert der Exportverkäufe um etwa 7 000 Stück. Laut Darstellung des Holstein-Verbandes lagen die Ausfuhren in Nicht-EU-Länder in der ersten Jahreshälfte mit einem Anteil von 55,9 % an den Gesamtexporten höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Eine starke Nachfrage besteht derzeit offenbar in Marokko und Algerien, wo aufgrund günstiger klimatischer Bedingungen mit ausreichenden Niederschlägen die übliche „Sommerpause“ ausblieb. Weitere wichtige Abnehmerländer sind der Libanon und Ägypten. In den osteuropäischen Drittlandsmärkten ist in Kroatien, Russland und Serbien ein großes Interesse an Holstein-Rindern zu verzeichnen.

Italien und Spanien sind traditionelle Kunden
Dem DHV zufolge entfielen 44,1 % der im ersten Halbjahr 2010 exportierten Holstein-Zuchtrinder auf den innergemeinschaftlichen Handel. Vor allem die traditionellen Kunden Italien und Spanien griffen wieder sehr stark auf deutsche Holsteingenetik zurück. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Zahl der von Auktionen ins Ausland verkauften Rinder wider; hier waren es insbesondere die Kunden aus Südeuropa, die das Marktgeschehen wesentlich beeinflussten. Betrachtet man die Hauptregionen der Europäischen Union mit ihren 27 Mitgliedstaaten, wurden 25,9 % aller Holsteinrinder in den Bereich EU-Süd, also nach Griechenland, Italien, Portugal und Spanien, exportiert. Auf EU-Ost entfielen 9,9 % und auf EU-Mitte 8,2 %.

Blauzungenkrankheit maßgeblich
Die Aussichten für den Export im zweiten Halbjahr 2010 werden nach Einschätzung des DHV wesentlich von der weiteren Entwicklung der Blauzungenkrankheit beeinflusst. Seit Anfang dieses Jahres habe es in Deutschland keinen neuen Blauzungenfall gegeben. Bleibe die BT-Situation 2010 in Deutschland stabil, so sei im Auslandsgeschäft mit keinen größeren Handelshemmnissen aufgrund der Krankheit zu rechnen. In vielen Ländern bestehe ein großes Interesse, durch deutsche Holsteingenetik die einheimische Milchproduktion zu erhöhen, betonte der DHV. Allerdings könne in einigen dieser Länder, wie zum Beispiel in Russland und in der Türkei, die vorhandene Nachfrage aufgrund komplexer veterinärmedizinischer Vorgaben zur Zeit nicht bedient werden. Hier gelte es, durch intensive Verhandlungen bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Dem DHV zufolge ist generell davon auszugehen, dass sich der positive Verlauf der Exportverkäufe in der zweiten Jahreshälfte 2010 fortsetzen wird. Die Fokussierung auf einzelne Abnehmerländer könnte aber aufgrund vielfacher internationaler Anfragen im Jahresverlauf abnehmen. AgE (13.08.2010)

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