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Neue Schätzformeln für Energie von Mischfuttermitteln

Freiwillige Angaben zu den Energiegehalten von Schweine- und Rinderfutter werden ab dem 1. September neu ermittelt - Genauere Beurteilung als bisher - Futterwirtschaft und Beratung begrüßen die Überarbeitung - Futtermittel für Rinder und Milchkühe heute deutlich stärkereicher und mit wesentlich höheren Getreideanteilen

BERLIN. Die freiwilligen Angaben zu den Energiehalten von Schweine- und Rindermischfutter werden ab dem 1. September 2010 anhand geänderter Schätzformeln ermittelt. Darauf haben der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der Deutsche Verband Tiernahrung (DVT) und der Bundesarbeitskreis der Fütterungsreferenten in der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vergangene Woche in einer gemeinsamen Presseverlautbarung hingewiesen. Sie erklärten, Futterwirtschaft und Beratung begrüßten die Überarbeitung der Energieschätzformeln für eine effizientere Fütterung. Aktuelle Auswertungen von Verdauungsversuchen mit Mischfutter durch die Gesellschaft für Ernährungsphysiologie (GfE) hätten ergeben, dass die bisherigen Schätzformeln die heute am Markt verfügbaren Mischfuttermittel nicht mehr exakt erfassten. Durch die neuen Schätzformeln werde das Mischfutter künftig im Energiegehalt genauer beurteilt als bisher. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass diese Gleichungen ausschließlich auf Mischfutter anwendbar seien, gaben der DRV, DVT und der DLG-Bundesarbeitskreis der Fütterungsreferenten zu bedenken. Die Anwendung auf Einzelfuttermittel könne durch eine Verringerung der Schätzgenauigkeit zu falschen Ergebnissen führen. Aufgrund der neuen Schätzformeln könnten bei identischen Futtermischungen in Abhängigkeit der eingesetzten Komponenten ab 1. September gegenüber früheren Kennzeichnungen veränderte Energiewerte auf den Futtermischungen zu finden sein. Bei Rückfragen sollten die Verwender das direkte Gespräch mit ihrem Lieferanten suchen.

Milchleistungsfutter unterschätzt
DRV, DVT und der DLG-Bundesarbeitskreis wiesen darauf hin, dass bei Rinderfutter im Verlauf der letzten Jahre festgestellt worden sei, dass insbesondere energiereiche Mischfutter und speziell energiereiche Milchleistungsfutter systematisch unterschätzt worden seien. Dies habe mit der Veränderung der Zusammensetzung der Mischfutter für Rinder und Milchkühe zu tun. Diese Futtermittel seien heute deutlich stärkereicher und mit wesentlich höheren Getreideanteilen ausgestattet als noch im Zeitraum 1980 bis 1995. Verdauungsversuche in diesen Jahren hätten die Grundlage für die alten Gleichungen gebildet. Für die Energieschätzung bei Rinderfutter werde zukünftig einheitlich mit einer Formel gerechnet, die die Gasbildung - Hohenheimer Futterwerttests (HFT) - berücksichtige. Die Schätzgleichung auf Grundlage der „Enzymlöslichen Organischen Substanz“ (ELOS) finde künftig keine Anwendung mehr. Zu berücksichtigen sei, dass die Gleichung für Rinderfutter zunächst die Eingabe aller Rohnährstoffe in g/kg Trockensubstanz erfordere. Die Berechnung der Nettoenergie Laktation (NEL) in der Trockensubstanz erfolge nach einer festgelegten Formel. Anschließend seien die Werte auf die Frischsubstanz zu beziehen und anzugeben.

In neuen Empfehlungen schon berücksichtigt
Generell kann dem Deutschen Raiffeisenverband, dem Deutschen Verband Tiernahrung und dem DLG-Bundesarbeitskreis der Fütterungsreferenten zufolge festgehalten werden, dass Futtermittel für Schweine mit hohen Stärke- und Zuckergehalten zukünftig leichte Abwertungen erfahren werden, während solche mit relativ hohen Gehalten an im Dickdarm der Schweine gut verdaulichen Rohfaseranteilen höher bewertet werden als früher. Der Arbeitskreis Futter und Fütterung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft habe bereits in den DLG-Mitteilungen Nummer 1/2008 „Empfehlungen zur Sauen- und Ferkelfütterung“ und in den in Kürze veröffentlichten neuen Empfehlungen zur Mastschweinefütterung die aktuellen Bedarfsempfehlungen der GfE berücksichtigt. Diese bildeten gemeinsam mit den neuen Schätzformeln die Basis für eine noch effizientere Fütterung. AgE (16.08.2010)

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