Deutscher Milchmarkt in Stichworten
Regional uneinheitliche Entwicklung der Rohmilchanlieferungen - Marginaler Zuwachs in Niedersachsen - Deutlicheres Plus in Nordrhein-Westfalen - Belebung des zuvor ruhigen Buttergeschäfts - Stabile Preise am Käsemarkt - Schwächetendenzen bei Milchpulver - Süßmolkenpulver tendiert dagegen fester
BONN. Die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland sind bei relativ kühlen Temperaturen Anfang August vermutlich weiter gesteigert worden. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Niedersachsen meldete für die Woche bis zum 8. August allerdings eine saisonale Zunahme des Milchaufkommens in diesem Bundesland von nur 0,05 %. Deutlicher wurde in Nordrhein-Westfalen die Produktion ausgeweitet, nämlich um 0,9 %. Demgegenüber nahm die Milchmenge in Rheinland-Pfalz im Vergleich zur Vorwoche um 0,6 % ab. In der Woche zum 1. August waren die Milchanlieferungen bezogen auf das gesamte Bundesgebiet saisonal um 0,4 % gestiegen. Dabei erhöhte sich die von den Molkereien erfasste Rohmilchmenge in Westdeutschland um 0,3 % und in den neuen Bundesländern um 1,1 %. In beiden Teilen Deutschlands lag das Aufkommen damit auch deutlich über dem vergleichbaren Niveau des Vorjahres, und zwar im Westen um 3,5 % und im Osten um 2,0 %. Bundesweit übertrafen die Lieferungen das Vergleichsniveau von 2009 um insgesamt 3,2 %. In der Berichtswoche überschritt das Milchaufkommen die entsprechende Vorjahresmenge in Nordrhein-Westfalen um 10,4 % und in Niedersachsen um 5,7 %; in diesen kräftigen regionalen Zuwächsen spiegelt sich die Quotenwanderung von Süd nach Nord wider.
Deutlich weniger Butter als 2009 auf Lager
Die Butterproduktion ist von den meldepflichtigen Betrieben im Bundesgebiet während der Woche zum 1. August saisonal um 9,7 % gedrosselt worden; die Vorjahresmenge wurde um 14,0 % unterschritten. Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse berichtete von einer gewissen Belebung des bisher ruhigen Buttergeschäftes. Die Notierungen wurden in Kempten erneut nicht geändert: Lose Ware kostete gemäß der Preisfeststellung am 11. August weiterhin zwischen 3,60 Euro/kg und 3,80 Euro/kg, geformte Markenbutter zwischen 3,84 Euro/kg und 3,90 Euro/kg. Auch in Hannover gab es keine Anpassungen; das Erlösband für lose Butter wurde dort wie in der Vorwoche auf 3,65 Euro/kg bis 3,78 Euro/kg festgelegt, das für geformte Ware auf 3,85 Euro/kg bis 3,90 Euro/kg. Die Notierungskommission in der niedersächsischen Hauptstadt berichtete von einem verbesserten Absatz an geformter Butter. Der Markt für lose Ware wurde als ruhig skizziert. Laut Mitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) befanden sich am 8. August in Deutschland insgesamt 15 213 t Butter in der privaten Lagerhaltung; das waren 45 t mehr als eine Woche zuvor, jedoch 22 021 t weniger als vor Jahresfrist.
Käse gut bis sehr gut nachgefragt
Von den meldepflichtigen deutschen Käsereien wurde die Herstellungsmenge in der Woche zum 1. August saisonal um 5,6 % eingeschränkt; gegenüber der Vergleichswoche des Jahres 2009 ergab sich ein Plus von 0,5 %. Je nach Segment verzeichnete der deutsche Käsemarkt zum Monatsbeginn nach Angaben der Süddeutschen Butter- und Käsebörse eine gute bis sehr gute Nachfrage. Schnittkäse sei bei stabilen Preisen gut abzusetzen. Emmentaler gehe bei einem nicht ausreichenden Angebot normal in den Markt. Weichkäse werde gut nachgefragt, stellte die Börse in Kempten fest. Sämtliche Käsenotierungen blieben unverändert. Dagegen standen die Erlöse für Voll- und Magermilchpulver unter Druck. Bei sehr ruhiger Marktlage verbilligte sich Magermilchpulver zu Futterzwecken um 0,02 Euro/kg auf 1,96 Euro/kg bis 2,00 Euro/kg. Die Notierung für Lebensmittelware wurde am 11. August bezogen auf ein Kilogramm Sprühware am unteren Ende der Spanne um 0,08 Euro und am oberen Rand um 0,05 Euro auf 2,10 Euro bis 2,30 Euro herabgesetzt. Die Magermilchpulverherstellung war in der letzten Juliwoche bundesweit saisonal um 9,6 % und verglichen mit der Vorjahresmenge um 36,7 % eingeschränkt worden. Weiter unangetastet blieben die Marktordnungsbestände an Magermilchpulver; die saisonal unveränderte Menge von 63 775 t bedeutete im Vergleich zum Stand vom 11. August 2009 eine Zunahme um 8 548 t. Fester tendierte der Süßmolkenpulvermarkt: Lebensmittelware verteuerte sich im Mittel um 0,01 Euro/kg auf 0,70 Euro/kg. Für das Kilogramm Süßmolkenpulver in Futtermittelqualität waren zuletzt im Schnitt 0,62 Euro zu zahlen; das waren 0,02 Euro mehr als in der Vorwoche. AgE (19.08.2010)
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