DBV rechnet mit stabiler Entwicklung auf dem Milchmarkt
Die Basisdaten sowohl im Binnenmarkt als auch im Export weisen darauf hin - Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung in Deutschland hat sich nach dem katastrophalen Jahr 2009 wieder erholt - Bauernverband hält weiteren Anstieg der Milcherzeugerpreise in den kommenden Monaten für dringend notwendig
BERLIN. Der Deutsche Bauernverband (DBV) geht auch für die kommenden Monate von einer stabilen Entwicklung auf dem Milchmarkt aus. Darauf wiesen die Basisdaten sowohl im Binnenmarkt als auch im Export hin, erklärte der DBV am vergangenen Freitag in Berlin. Er stellte außerdem fest, dass sich die Wirtschaftlichkeit der Milcherzeugung in Deutschland nach dem katastrophalen Jahr 2009 aktuell wieder erholt habe. Dies sei aber auch dringend notwendig gewesen. Hätten die Erzeugerpreise für Milch mit einem Fettgehalt von 3,7 % und einem Eiweißgehalt von 3,4 % vor einem Jahr im Bundesmittel unter 22 Cent je Kilogramm gelegen, seien aktuell Preise von rund 30 Cent für den Juli 2010 wahrscheinlich. Aus Sicht der Erzeuger sei gleichwohl eine weitere Erholung der Milcherzeugerpreise in den kommenden Monaten dringend notwendig, betonte der Bauernverband. Die Inlandsnachfrage nach Milchprodukten habe sich erfreulich stabil bis positiv entwickelt. Insbesondere die Absätze im Frischmilchsektor hätten im Juni und Juli 2010 deutliche Impulse erhalten. So wiesen die Analysedaten der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) auf Basis des Haushaltspanels der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ein deutliches Plus in den Segmenten Konsummilch, Milchgetränke und Joghurt in Höhe von bis zu 15 % aus. Dies zeige, dass die private Nachfrage nach Milchprodukten unter entsprechenden Rahmenbedingungen - heiße sommerliche Witterung - auch bei höheren Preisen für den Verbraucher durchaus Impulse erhalte. Allerdings gelte diese Tendenz nicht generell, schränkte der DBV ein. So habe es bei Butter ein Minus im Verbrauch gegeben. Gleiches treffe aber auch für die pflanzlichen Fette zu, deren Nachfrage in den ersten sieben Monaten dieses Jahres ebenfalls gesunken sei.
Käse- und Pulverpreise kräftig angezogen
Laut Bauernverband haben die Märkte für Käse in den vergangenen Monaten deutlich angezogen. Hätten die Käsepreise an der Börse in Hannover Anfang 2010 noch unter 2,70 Euro je Kilogramm gelegen, seien sie in der Zwischenzeit auf rund 3,10 Euro je Kilogramm gestiegen. Auch der Markt für Milchpulver habe im ersten Halbjahr 2010 deutlich angezogen. So würden aktuell rund 2 300 Euro pro Tonne gezahlt, rund 300 Euro mehr als zu Jahresbeginn. Es sei wahrscheinlich, dass die Pulvermärkte ihr saisonales Hoch mit etwa 2 500 Euro/t schon gesehen hätten, erklärte der DBV. Im Verlauf der Monate hätten sich die deutschen beziehungsweise die europäischen Milchpulverpreise wechselkursbereinigt den Weltmarktpreisen angenähert oder diese gar übertroffen.
Sämtliche Exporte ohne Beihilfen
Als ein weiteres Element für die positive Entwicklung des heimischen Milchmarktes nannte der Deutsche Bauernverband die Exportlieferungen in Drittländer und in die Partnerstaaten der Europäischen Union. Die ausgeführten Mengen hätten in den ersten fünf Monaten von 2010 insgesamt um 11 % über dem vergleichbaren Vorjahresniveau gelegen. Auch der Erlöswert der exportierten Produkte, die Milch, Milcherzeugnisse sowie Käse umfassten, habe mit einem Plus von 12 % den Vorjahreswert deutlich überstiegen. Als Sonderfall sei die Preissteigerung bei Butter zu bewerten, führte der DBV aus. Hier habe durch die deutlich höheren Butterpreise im Exportgeschäft ein Plus von mehr als 60 % bezogen auf den Vorjahreswert erzielt werden können. Alle diese Ausfuhren von Januar bis Mai 2010 seien ohne jegliche Exporterstattungen getätigt worden, hob der Bauernverband hervor. Vorwürfe, die Europäische Union würde mit ihren Exporten Märkte in Entwicklungs- oder Schwellenländern belasten, seien daher haltlos. AgE (24.08.2010)
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