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Deutscher Milchmarkt in Stichworten

Regional noch uneinheitliche Entwicklung der Rohmilchanlieferungen - Saisonal geringeres Aufkommen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen - Für die Ferienzeit normale Vermarktung der Milchprodukte - Butternotierungen in Kempten und Hannover erneut unverändert - Magermilchpulvermarkt stabilisiert sich

BONN. Die Milchanlieferungen an die Molkereien in Deutschland haben sich auch zur Monatsmitte regional uneinheitlich entwickelt, wobei sich wahrscheinlich unter dem Strich eine leichte Zunahme ergeben hat. Die Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen meldete für die Woche bis zum 27. Juni saisonal eine Abnahme des Milchaufkommens um 1,7 %. Demgegenüber wurde die Produktion in Niedersachsen kräftig ausgedehnt, und zwar um 4,5 %. Die Milcherzeuger in Rheinland-Pfalz erhöhten die Liefermenge gegenüber der Vorwoche um 2,5 %. In Bayern nahm das Aufkommen ebenfalls zu. Der Verband der Milcherzeuger Bayern (VMB) berichtete am vergangenen Mittwoch, dass die Milchanlieferung im Freistaat entgegen dem üblichen saisonalen Trend immer noch eine leicht steigende Kurve aufzeige. In der Woche zum 8. August waren die Milchanlieferungen bezogen auf das gesamte Bundesgebiet saisonal um 0,3 % gesunken, was auch der jeweils durchschnittlichen Entwicklung in West- und Ostdeutschland entsprach. Das vergleichbare Niveau des Vorjahres wurde spürbar übertroffen, und zwar im früheren Bundesgebiet um 4,2 % und in den neuen Ländern um 2,4 %. Bundesweit lag die Liefermenge um insgesamt 3,8 % über dem Vergleichsniveau von 2009. In der Berichtswoche übertraf das Aufkommen das entsprechende Vorjahresvolumen in Nordrhein-Westfalen um 7,4 % und in Niedersachsen um 2,5 %. Zur Entwicklung des Marktes stellte der VMB fest, dass die Milchprodukte aufgrund der Ferienzeit „lediglich normal“ vermarktet werden könnten. Neben Butter würden auch Käse und Frischprodukte „nur“ stetig gehandelt.

Butterherstellung deutlich über Vorjahresniveau
Die Butterproduktion ist von den meldepflichtigen Betrieben im Bundesgebiet während der Woche zum 8. August saisonal um 10,4 % und verglichen mit der Menge der Vorjahreswoche um 11,4 % gesteigert worden. Dem VMB zufolge bewegte sich die Nachfrage nach abgepackter Butter Mitte August unter dem jahreszeitlichen Gesichtspunkt auf der normalen Linie. Regional habe der Absatz bedingt durch das Ende der Schulferien in einigen Bundesländern etwas zulegen können. Der Verkauf von Blockbutter sei nach wie vor ruhig geblieben; davon seien nur geringe Mengen gehandelt worden, berichtete der Verband. Die amtlichen Notierungen wurden erneut nicht geändert: Lose Ware kostete gemäß der Preisfeststellung in Kempten am 18. August nach wie vor zwischen 3,60 Euro/kg und 3,80 Euro/kg, geformte Markenbutter zwischen 3,84 Euro/kg und 3,90 Euro/kg. Hannover wies weiterhin ein Erlösband für lose Butter von 3,65 Euro/kg bis 3,78 Euro/kg und für geformte Ware von 3,85 Euro/kg bis 3,90 Euro/kg aus. Die Notierungskommission in der niedersächsischen Hauptstadt berichtete von einem uneinheitlichen Markt für lose Butter. Laut Mitteilung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) befanden sich am 15. August in Deutschland insgesamt 15 838 t Butter in der privaten Lagerhaltung; das waren 625 t mehr als eine Woche zuvor, jedoch 21 957 t weniger als vor Jahresfrist.

Preis für Allgäuer Emmentaler angehoben
Von den meldepflichtigen deutschen Käsereien wurde die Herstellungsmenge in der Woche zum 8. August saisonal um 3,0 % und gegenüber der Vergleichswoche des Jahres 2009 um 3,5 % ausgedehnt. Je nach Segment verzeichnete der deutsche Käsemarkt zur Monatsmitte eine normale bis sehr gute Nachfrage. Laut VMB fiel die Inlandsvermarktung von Hartkäse trotz der Ferienzeit sehr ansprechend aus. Allgäuer Emmentaler wie auch die Blockware würden für die Jahreszeit relativ gut geordert. Auch im Ausland hätten weiterhin zufriedenstellende Mengen abgesetzt werden können, teilte der VMB mit. Die Notierung für „Allgäuer Emmentaler“ wurde von der Süddeutschen Butter- und Käsebörse um 0,10 Euro/kg auf 4,60 Euro/kg bis 5,30 Euro/kg angehoben. Sie berichtete von einer knappen Verfügbarkeit dieser Käsesorte. Sämtliche anderen Käsenotierungen blieben unverändert. Den Absatz von Schnittkäse bezeichnete die Börse als zufriedenstellend. Der VMB sprach hier von einem weitgehend ausgeglichenen Markt. Die Schnittkäseanbieter profitierten von einem regen Exportgeschäft, so dass derzeit nach Einschätzung des Verbandes kein wesentlicher Lagerbestandsaufbau stattfinden sollte. Die Vermarktung von Weichkäse wurde in der Berichtsperiode durch die etwas kühleren Temperaturen unterstützt.

Erste Mengen Magermilchpulver ausgelagert
Die Magermilchpulverherstellung ist in der Woche zum 8. August bundesweit saisonal um 48,9 % gesteigert worden; das Aufkommen der entsprechenden Vorjahreswoche wurde dennoch um 20,1 % unterschritten. Der Markt für Lebensmittelware konnte sich nach dem deutlichen Preisabschlag in der Vorwoche zur Monatsmitte stabilisieren; Sprühware in 25 kg-Säcken kostete unverändert 2,10 Euro/kg bis 2,30 Euro/kg. Magermilchpulver in Futtermittelqualität verteuerte sich am oberen Ende der Spanne 0,02 Euro/kg auf 1,96 Euro/kg bis 2,02 Euro/kg, obwohl von einem sehr ruhigen Geschäft berichtet wurde. Aus der Intervention in Deutschland wurden erste geringe Mengen an Magermilchpulver ausgelagert: Am 15. August beliefen sich die hiesigen öffentlichen Marktordnungsbestände laut Angaben der BLE auf 63 763 t; das waren 12 t weniger als in der Vorwoche, aber 6 035 t mehr als vor Jahresfrist. Erneut fest tendierte der Süßmolkenpulvermarkt. Der Preis für gesackte Ware in Lebensmittelqualität zog im Mittel um 0,02 Euro/kg auf 0,72 Euro/kg an, für lose Sprühware zu Verfütterungszwecken gleich um 0,04 Euro/kg auf 0,66 Euro/kg. Weiterhin unter Druck stand hingegen der Markt für Vollmilchpulver, wobei sich die Tendenz nach unten zuletzt verstärkte. Bei ruhigem Geschäft verschlechterten sich die Preise für gesacktes Vollmilchpulver mit einem Fettgehalt von 26 % um 0,08 Euro/kg beziehungsweise 0,10 Euro/kg auf 2,65 Euro/kg bis 2,80 Euro/kg. AgE (26.08.2010)

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