Preisrutsch bei den Eurex-Schweinen
FRANKFURT/PARIS. Am deutschen Schlachtschweinemarkt sind die Preise vor dem Monatsende ins Rutschen gekommen, und zwar am Kassa- und am Terminmarkt. Bei dem für die Kassavermarktung maßgeblichen Vereinigungspreis hatte sich während der letzten vollen Augustwoche immer klarer eine Rücknahme abgezeichnet, die dann mit minus 7 Cent auf 1,43 Euro/kg Schlachtgewicht besonders heftig ausgefallen ist. Das hat bei den an der Frankfurter Eurex gelisteten Schlachtschweinefutures quer durch alle Laufzeiten für Preisdruck gesorgt. Der neue Frontmonat September verbilligte sich in der Woche zum 26. August 2010 um 1,8 Cent auf 1,42 Euro/kg SG. Die Kaack Terminhandel GmbH verweist zur Begründung auf den wachsenden Schlachtauftrieb - zuletzt wurde bundesweit erstmals seit Mitte Juni wieder die Millionengrenze bei den Schlachtungen überschritten. Gleichzeitig schwächelt die Fleischnachfrage. Aufgrund des Regenwetters mussten viele Grillfeste abgesagt werden, und auch die Urlaubsrückkehrer sorgen bisher nicht für die erhoffte Umsatzbelebung. Am deutschen Ferkelmarkt baut sich ebenfalls Preisdruck auf, der inzwischen auch an der Eurex angekommen ist. Ein 25-kg-Tier zur prompten Einstallung verbilligte sich in der Berichtswoche um 80 Cent auf 40,20 Euro pro Stück. Weiter eingetrübt haben sich die Erlösaussichten der Mäster für den Herbst: Am Freitagvormittag wurden Oktober- und November-Schweine nur noch für 1,34 Euro/kg SG beziehungsweise 1,33 Euro/kg SG gehandelt. Vorsicht: Die Schlusskurse der Eurex-Schweine werden - außer beim Frontmonat - neuerdings nicht mehr auf Basis der letzten Umsätze, sondern als Mittelwert zwischen Geld- und Briefkurs ermittelt. Bei dünnem Handel - wie häufig bei den Eurex-Schweinen - kann die tatsächliche Marktlage dadurch im Einzelfall verzerrt wiedergegeben werden.
Termin-Butter teurer
In freundlicher Verfassung präsentierte sich vergangene Woche der Butter-Terminmarkt. An der Eurex wurde am Donnerstag für Ware zur Abrechnung im Oktober 3 575 Euro/t gezahlt; das entsprach gegenüber dem Abrechnungspreis eine Woche zuvor einem Aufschlag von 25 Euro/t oder 0,7 %. Am Freitag stand bezogen auf 1 Tonne Butter einem Geldkurs von 3 450 Euro ein Briefkurs von 3 700 Euro gegenüber. Groß fiel auch der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufsgebot bei Magermilchpulver aus: Hier war ein Käufer am vergangenen Freitag bereit, 2 100 Euro/t zu zahlen, während der Anbieter 2 175 Euro/t forderte. Am Donnerstag war der Oktober-Kontrakt auf Magermilchpulver unverändert gegenüber der Vorwoche für 2 138 Euro/t abgerechnet worden. Auch am Spotmarkt für Magermilchpulver konnten aufgrund der noch immer sehr umfangreichen Milchanlieferungen Ende August keine höheren Preise durchgesetzt werden.
Eurex-Kartoffeln ohne klare Richtung
Richtungslos präsentieren sich zum Monatsende die Notierungen der an der Frankfurter Eurex gehandelten Verarbeitungskartoffeln. Fritten-Ware zur Andienung im April 2011 kostete am Donnerstagabend im Wochenvergleich unverändert 18,30 Euro/dt. Seit Mitte August bewegen sich die Terminpreise der Lager-Kartoffeln in einer recht engen Spanne zwischen 17 Euro/dt und 19 Euro/dt, nachdem es zuvor im Juli bei hohen Umsätzen bis auf 24 Euro/dt nach oben gegangen war. Marktbeobachter sind sich uneins, ob die Niederschläge der letzten Wochen noch einen Ertragszuwachs gebracht haben oder eher ein fristgerechtes und problemloses Roden erschweren. Neue Mengenprognosen für die europäischen Kartoffelhochburgen fehlen, was nach Einschätzung von Marktanalysten kurzfristig Raum für Preisspekulationen lässt.
Matif-Weizen im Aufwind
Beim Matif-Weizen haben sich die Notierungen zuletzt ebenfalls in etwas ruhigeren Bahnen bewegt. Unter dem Strich haben sich Mahlqualitäten zur Andienung im November 2010 in der Berichtswoche um 1,6 % auf 216,25 Euro/t verteuert. Am Freitagnachmittag wurde die gleiche Fälligkeit dann schon für 220 Euro/t glatt gehandelt. Marktbeobachter begründen die festen Preise mit dem immer besser laufenden EU-Weizenexport. Zuletzt hat der in Brüssel für den Getreideexport zuständige Verwaltungssauschuss in einer Woche Exportlizenzen für 856 000 t Weichweizen erteilt, und zwar überwiegend für französische Ware. Dieser Weizen muss jetzt physisch eingedeckt werden, was die Weizenpreise in Paris steigen lässt. Für Kursauftrieb sorgte auch der Internationale Getreiderat (IGC), der seine Mengenschätzung für die 27 EU-Partnerländer am Donnerstag um 1 Mio t auf 135,8 Mio t zurückgenommen hat. Die Weizenernte 2011 konnte vor dem Wochenende an der Matif für 182,50 Euro/t vorverkauft werden, wobei an der Matif kein B-Weizen, sondern ein besserer Futterweizen ohne Proteinvorgabe gehandelt wird. AgE
(30.08.2010)
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