Eiereinfuhren bei rückläufiger Produktion sprunghaft gestiegen
BERLIN. Bei gleichzeitig wachsenden Importen ist die Eiererzeugung in Deutschland im bisherigen Jahresverlauf drastisch gesunken. Wie aus Berechnungen der Marktinfo Eier & Geflügel“ (MEG) hervorgeht, fiel die Eierproduktion von Januar bis Juni 2010 gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 bundesweit um etwa 17 %. Andererseits wuchsen insbesondere die Einfuhren von Schaleneiern, und zwar um 14,8 % auf 4,07 Milliarden Stück. Der Hauptlieferant Niederlande konnte seine Lieferungen aber nicht ausbauen. Mit 2,73 Milliarden Stück wurde das Vorjahresvolumen bei den Importen aus Holland sogar leicht verfehlt, und zwar um 0,4 %. Dagegen erhöhten sich die Einfuhren aus Polen sprunghaft um 48 % auf 423,7 Millionen Eier. Obwohl der Markt zeitweise knapp versorgt war, stiegen die deutschen Ausfuhren von Schaleneiern laut MEG-Angaben um 6,1 %. Die Exporte spielen insgesamt aber nur eine untergeordnete Rolle. Deutliche Verschiebungen gab es auch beim Außenhandel mit Eiprodukten. Während die Importe um 13,1 % zulegten, sank der Export um 59,5 %. Die MEG hat die vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellten Produktgewichte in Schaleneiäquivalente umgerechnet. Aus den vorliegenden Produktions- und Außenhandelsdaten errechnet sich für die ersten sechs Monate dieses Jahres ein statistisch erfassbares Eierangebot von 7,96 Milliarden Stück. Damit bewegte man sich der MEG zufolge, ausgehend von der Produktion in Betrieben mit mehr als 3 000 Plätzen, in etwa auf dem Vorjahresniveau. Die neuen Zahlen zeigen, dass die durch das Verbot des klassischen Käfigs in Deutschland bedingte Umstellung mehr Zeit in Anspruch nimmt als erwartet. In den nächsten Monaten ist vor diesem Hintergrund mit einer Erholung der deutschen Produktion zu rechnen. Darauf deuten laut MEG Zahlen zum Kükenschlupf hin. Die neuen, durch das Statistische Bundesamt unterfütterten MEG-Zahlen lassen allerdings Zweifel an einer Prognose der Europäischen Kommission aufkommen, die in diesem Jahr eine Steigerung der Produktion auch in Deutschland vorausgesagt hat. In osteuropäischen Staaten, darunter in Polen, rechnet Brüssel mit weitaus stärkeren Zuwächsen als in Mitteleuropa. (31.08.2010)
Diese Seite Drucken – Versenden – Bookmarken
© Copyright 2000 – 2012 raiffeisen.com GmbH & Co. KG












