Klagen über hohe Zuckerpreise halten an
Die deutsche Ernährungswirtschaft hat erneut auf eine schwierige Versorgungslage bei Zucker hingewiesen und ihre Kritik an der Quotenregelung bekräftigt. In der EU mache sich trotz einer Rekordernte von Zuckerrüben die Engpasssituation deutlich bemerkbar, erklärte das Infozentrum Zuckerverwender (IZZ) am vergangenen Freitag in einer Pressemitteilung. Neben einem Anstieg der Preise für Haushaltszucker hätten auch die zuckerverarbeitenden Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft einen enormen Preisanstieg für ihren Rohstoff hinnehmen müssen, und zwar im Bereich von 30 % bis 50 %. Der offizielle Durchschnittspreis für die EU sei bis November 2011 auf 645 Euro/t geklettert, verglichen mit einem Weltmarktpreis von weniger als 500 Euro/t. Unternehmen, die im vergangenen Jahr kurzfristig hätten zukaufen müssen, seien teilweise sogar mit einer Verdoppelung des Zuckerpreises konfrontiert gewesen, „sofern sie überhaupt in der Lage waren, Zucker zu beschaffen“. Einseitiger Profiteur der exorbitant angestiegenen Preise sei die europäische Zuckerindustrie, betonte das IZZ. Diese Unternehmen meldeten außergewöhnliche Gewinnsprünge, während ihre Kunden, die Hersteller von Konfitüren, Limonaden sowie Süß- und Backwaren, die hohen Rohstoffpreise wegen der starken Konzentration im deutschen und europäischen Lebensmitteleinzelhandel nur äußerst schwierig weitergeben könnten. In der EU bleibe Zucker knapp. „Das Problem ist strukturell bedingt“, so Karsten D a u m vom IZZ. Das Quotensystem und der hohe reguläre Zollsatz auf Importe in die EU erwiesen sich als Preistreiber und hinderten Unternehmen am Wachstum. Den Schlüssel für die Lösung des Problems sieht das IZZ in der Abschaffung des Quotensystems bei Zucker zum Jahr 2015 und in einer Absenkung des extrem hohen Außenschutzes für Zucker „mit Augenmaß“. Dadurch entstehe mehr Wettbewerbsdruck auf die hoch konzentrierte Anbieterstruktur der europäischen Zuckerindustrie. http://www.agra-europe.de (26.01.2012)
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