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DVT: Preisrückgang beim Mischfutter unwahrscheinlich

Mischfutterproduktion 2011 mit insgesamt 22,7 Millionen Tonnen rund 2,7 Prozent höher als im Vorjahr - Wachstumstreiber war mit fast 9,9 Millionen Tonnen und einem Plus von 5 Prozent das Schweinemischfutter - Produktion von Rindermischfutter ebenfalls gestiegen - Absatz von Legehennenfutter leicht rückläufig - Weizenanteil in den Rezepturen hat zugunsten von Mais deutlich nachgegeben - Für 2012 stabile bis leicht steigende Absatzmengen für Mischfutter erwartet - Wulf: Bedarf für GVO-freies Soja immer schwerer zu decken - Lebensmittelhandel verlangt zunehmend zertifizierte Rohstoffe

BERLIN. Die deutschen Mischfutterhersteller rechnen für 2012 nicht mit einer deutlichen Entspannung bei den Mischfutterpreisen. „Aufgrund der aktuellen Trends auf den Rohstoffmärkten können wir keine Prognose für sinkende Preise abgeben“, erklärte der Präsident des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT), Helmut W u l f , bei der Jahrespressekonferenz des DVT vergangene Woche in Berlin. Die Wettermärkte in Südamerika, Osteuropa und aktuell auch in Mitteleuropa sprächen derzeit bei der kommenden Ernte eher für mittlere bis kleine Erträge und anhaltend hohe Rohstoffkurse. Zudem sei die Versorgung mit alterntiger Ware im Frühjahr 2012 knapper als erwartet ausgefallen. „Gerste und Raps sind praktisch ausverkauft und vom Weizen sind aktuell noch maximal 15 % verfügbar“, ergänzte Konrad W e i t e r e r , Vorsitzender des Getreideausschusses vom Bundesverband der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA). Da sich ein Teil der Mischer in den vergangenen Monaten aufgrund inverser Terminmärkte nur zögerlich mit Ware eingedeckt habe, bestehe mitunter noch erheblicher Anschlussbedarf, was beim alterntigen Rohstoff vorläufig für mindestens stabile Preise spreche, stellte Weiterer fest.

Umsatz auf 8,1 Mrd Euro gestiegen
Die schon im vergangenen Kalenderjahr vergleichsweise hohen Futterpreise haben sich laut DVT nicht negativ auf den Absatz ausgewirkt. Mit einer Mischfutterproduktion von insgesamt 22,7 Mio t haben die deutschen Hersteller 2011 das Ergebnis von 2010 sogar um 2,7 % übertroffen. Stärkster Wachstumstreiber war demnach mit fast 9,9 Mio t und einem Plus von 5 % Schweinemischfutter. Gute Marktvoraussetzungen in der Milcherzeugung sorgten auch beim Absatz von Rindermischfutter für ein Plus, und zwar von 1,8 % auf 6,3 Mio t. Weiterhin wachstumsstark blieb zudem die Sparte Mastgeflügelfutter; sie erreichte 2011 jedoch mit einem Mehrabsatz von 3,4 % nicht die Zuwächse der Vorjahre. Einen Rückgang verzeichnete man dagegen beim Legehennenfutter, von dem 2011 mit 1,99 Mio t etwa 2,6 % weniger erzeugt wurden als im Vorjahr. Die Umsätze mit Nutztierfutter in Deutschland schätzt der Verband Tiernahrung für 2011 insgesamt auf etwa 8,1 Mrd Euro. Neben dem Absatzplus seien dafür in erster Linie die höheren Rohstoffpreise verantwortlich gewesen, so Verbandschef Wulf.

Getreideanteil stabil geblieben
Der Mineralfutterabsatz sei gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben, so der DVT-Präsident weiter. Im Jahr 2011 habe die Industrie 540 000 t produziert, davon gut 245 000 t für Schweine und 265 000 t für Rinder. Innerhalb der einzelnen Sortenbereiche hätten sich jedoch Verschiebungen ergeben. Dabei habe Mineralfutter für Rinder im Vorjahresvergleich um fast 6 % zugelegt, während der Anteil von Schweine-Mineralfutter rund 5 % verloren habe, hielt Wulf fest. Beim Getreideanteil hätten sich in der Mischfutterherstellung mit 46 % kaum Veränderungen zum Vorjahr ergeben. Der Weizenanteil in den Rezepturen habe jedoch zugunsten von Mais deutlich nachgegeben.

Weiter steigender Absatz erwartet
Die wirtschaftlichen Aussichten für die Nutztierhalter beurteilt der DVT insgesamt besser als vor Jahresfrist. Er erwartet für 2012 stabile bis leicht steigende Absatzmengen für Mischfutter. Damit könnte laut Wulf Ende des Jahres die Marke von 23 Mio t erreicht werden. Mit einem höheren Marktanteil wird insbesondere bei Futtermitteln für das Marktsegment „ohne Gentechnik“ für die Eiererzeugung und teilweise auch für die Milchwirtschaft gerechnet. Der DVT-Präsident warnte allerdings vor übertriebenen Erwartungen hinsichtlich der mittelfristigen Versorgung mit garantiert GVO-freiem Soja aus Südamerika. Schon jetzt könne man allenfalls noch in Brasilien größere Mengen von GVO-freiem Soja bekommen, während in Argentinien praktisch nur noch genveränderte Saaten angeboten würden. Es bleibe zudem abzuwarten, wie lange die dortigen Landwirte bereit seien, auf GVO-Saatgut zu verzichten, zumal Europa inzwischen weltweit der einzige größere Abnehmer für solche Partien sei. Die EU bleibe jedoch bis auf weiteres auf Proteinimporte angewiesen, wolle sie die Tierhaltung im bisherigen Umfang beibehalten oder mit Blick auf den steigenden Bedarf sogar ausweiten.

Nahhaltige Futtermittel mit Potential
Weiteres Absatzpotential erwartet der DVT bei Futtermitteln und Rohstoffen, die nach bestimmten Nachhaltigkeitsstandards erzeugt werden. Dabei wird der Markt aus Sicht der Futtermittelproduzenten durch eine Fülle von unterschiedlichen Zertifikaten behindert, die im gegenseitigen Interesse der Beteiligten vereinfacht werden muss. „Wir möchten diese Entwicklung im Sinne einer Standardisierung begleiten und arbeiten dazu mit den beteiligten Stufen zusammen“, so Wulf. Dabei setze man unter anderem auf den Runden Tisch für Nachhaltiges Soja (RTRS) als internationalen Standard, um Lebensmittelketten und der Ernährungsindustrie eine einheitliche Nachhaltigkeitszertifizierung von Futtermittelrohstoffen anbieten zu können. Bisher befinde sich RTRS aber noch in der „Startphase“, so Wulf. AgE
(29.03.2012)

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Schweine 1,55 Tendenz: stabil
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