ISN fordert Perspektiven für Schweinehalter

Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 
Die Schweinehalter in Deutschland fordern angesichts immer strengerer Produktionsauflagen und Tierwohlanforderungen klare Zukunftsperspektiven für ihre Betriebe. „Wenn ich als Gesellschaft immer höhere Anforderungen für das Tierwohl, an die Betriebsstruktur und an die Umwelt stelle, dann brauchen wir eine Übereinkunft, wie die Gesellschaft das finanzieren will“, betonte der Vorsitzende der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN), Heinrich Dierkes, gestern bei der Mitgliederversammlung seiner Organisation in Münster. Die gesellschaftlich gewünschte Weiterentwicklung der Tierhaltung könne nicht allein von den Landwirten bezahlt werden; ohne zusätzliches Kapital auf den Höfen könne es keine Investitionen in neue Haltungssysteme geben.
Dierkes machte zudem klar, dass die Politik selbst durch „sich beißende gesetzliche Vorgaben“ Fortschritte im Tierwohl verhindere. So werde der Bau eines Auslaufs in der Schweinehaltung durch notwendige Genehmigungen, teure Gutachten und Immissionsschutzauflagen praktisch unmöglich gemacht. ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack stellte in diesem Zusammenhang klar: „Wer will, dass sich Betriebe verändern, der muss dazu auch die Basis schaffen“. Gerade in diesem Punkt habe Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendicks nichts getan, um zu einer Lösung des Zielkonflikts zwischen Umwelt- und Tierschutz zu kommen. Stattdessen versuche sie, wie bei ihren neuen Bauernregeln, mit Pauschalkritik im Vorwahlkampf „auf Stimmenfang“ für die SPD zu gehen.
Auf deutliche Kritik der ISN stieß zudem das „Magdeburger-Urteil“ zur Sauenhaltung. Erst vor drei Jahren seien alle Sauenhalter in Deutschland überprüft worden; nun müssten dieselben Kastenstände umgebaut werden, weil sie einem Gericht zu schmal geworden seien, kritisierte Dierkes. Doch niemand könne derzeit den Haltern sagen, wie dies genau geschehen solle. Notwendig seien Rechtssicherheit und langfristige Übergangsphasen, betonte der ISN-Vorsitzende. Ansonsten würden die hiesigen Sauenhalter „schlicht weggeputzt“ und das Geschäft der Ferkelproduktion ins Ausland verlagert. Diese Befürchtung gelte umso mehr, da auch die Probleme des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 in Deutschland noch immer nicht gelöst seien. AgE (02.03.2017)
Weitersagen: WhatsApp Facebook Twitter Mail
 

Das könnte Sie auch interessieren

DBV zu GAP-Änderungen
EU-Parlament setzt wichtiges Signal
25.04.2024 — Der DBV hat die große Mehrheit des Europaparlaments für die GAP-Änderungen begrüßt. Laut Bauernpräsident Rukwied haben die Abgeordneten damit die zentralen Anliegen der europäischen und deutschen Landwirte für mehr Bürokratieabbau, Entlastung und Praxistauglichkeit bei der Umsetzung der EU-Agrarförderung unterstützt. Rukwied fordert weitere Entbürokratisierungsinitiativen.
Wölfe in Sachsen
Zahl illegaler Tötungen verdoppelt
25.04.2024 — Die bekannten Fälle an illegalen Wolfstötungen in Sachsen haben sich im Monitoringsjahr 2023/24 auf vier verdoppelt, wobei laut Einschätzung der Behörden von einer höheren Dunkelziffer auszugehen ist. Todesursachen waren der Abschuss und Verletzungen durch Köder. Insgesamt wurden 2023/24 in Sachsen 33 tote Wölfe erfasst, von denen die meisten im Straßenverkehr ums Leben kamen.
Pflanzenschutzmittel
Rückstände fast immer im Rahmen
24.04.2024 — Bei in der Europäischen Union vermarkteten Lebensmitteln bewegen sich die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln meist innerhalb des gesetzlichen Rahmens. Das hat der jährliche Bericht der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit auch für 2022 bestätigt. In den Mitgliedstaaten kamen insgesamt 110.829 Proben ins Labor. Davon wurden 96,3% nicht beanstandet. Noch besser fiel die Quote bei dem vom der EU koordinierten Kontrollprogramm aus.
Rundumschutz
R+V-AgrarPolice
Im Schadenfall kann die wirtschaftliche Existenz des Betriebes und damit die Lebensgrundlage der Familie und der Mitarbeiter schnell gefährdet sein. Landwirtschaftliche Unternehmer sind kaum in der Lage, für diesen Fall ausreichend Rücklagen zu bilden. Die R+V-AgrarPolice bietet umfassenden betrieblichen Versicherungsschutz, den Sie individuell für Ihren Betrieb zusammenstellen können.en.
Risikorücklage
Rukwied widerspricht Özdemir
23.04.2024 — Der Deutsche Bauernverband (DBV) kann die Aussage von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir nicht nachvollziehen, dass sich die Kosten einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage auf rund 1 Mrd. Euro im Jahr belaufen. Laut DBV-Präsident Rukwied richtet sich der Finanzbedarf maßgeblich nach ihrer inhaltlichen Ausgestaltung.

xs

sm

md

lg

xl